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Takeda: Drastische Stellenkürzungen in Deutschland

 

Der größte japanische Pharmakonzern Takeda setzt in Deutschland den Rotstift an und streicht gut 700 Stellen in Konstanz. Takeda will hier die Forschungsaktivitäten beenden, den Vertrieb schließen und die Verwaltung verkleinern, teilte der Konzern am Mittwoch mit. In der Stadt am Bodensee sollen damit noch etwas mehr als 150 Menschen verbleiben, die in der Verwaltung arbeiten. Zudem will das Unternehmen 80 Arbeitsplätze hauptsächlich aus dem Bereich Forschung an andere Standorte wie Zürich oder London verlagern.

 

«Der Hauptteil des Stellenabbaus soll in diesem Jahr abgewickelt werden», sagte ein Sprecher von Nycomed Deutschland, das Takeda im vergangen Jahr übernommen hatte. Der Rest folge dann bis 2015. Bereits 2007 fielen beim Verkauf der damaligen Altana Pharma an Nycomed in Konstanz rund 790 Stellen weg. Insgesamt sind nun deutschlandweit rund 1200 Stellen von Veränderungen betroffen.

 

Nach Angaben des Nycomed-Sprechers sollen bald die Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufgenommen werden. Der Betriebsratsvorsitzende Rolf Benz gab bereits die Richtung vor: «Das nehmen wir nicht hin, dagegen protestieren wir und es wird harte Verhandlungen zu dieser Maßnahme geben.» Laut Angaben der SPD-Fraktion im Konstanzer Gemeinderat soll es am kommenden Dienstag (24. Januar) eine Protestaktion auf dem Konstanzer Münsterplatz geben.

 

Nach Angaben des Nycomed-Sprechers waren bislang bundesweit rund 400 Mitarbeiter für Takeda tätig, während Nycomed bundesweit noch 2500 Mitarbeiter beschäftigte. Durch die Verlagerung des Vertriebs nach Berlin werde zudem der Standort Aachen mit 130 Stellen geschlossen. Für das Nycomed Forschungszentrum IPAS in Willinghusen in Schleswig-Holstein mit 100 Beschäftigten sucht Takeda einen Investor. Im Außendienst sollen 400 Stellen abgebaut werden. Die Produktionsstandorte in Oranienburg und Singen im Kreis Konstanz seien von den Plänen nicht betroffen.

 

18.01.2012 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Sanders