Dexamfetamin: Schweres Geschütz gegen ADHS |

Seit heute steht das Dexamfetamin-haltige Betäubungsmittel Attentin® in Deutschland zur Verfügung. Es ist zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren zugelassen. Allerdings kommt das Mittel nur bei den wenigen Kindern infrage, die auf eine ausreichend lange Behandlung mit Methylphenidat und Atomoxetin in maximaler und verträglicher Dosis nicht ansprechen. Für Erwachsene mit ADHS ist Attentin nicht zugelassen.
Ärzte sollten vor Therapiestart eine sorgfältige Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung auf bestehende Herzerkrankungen durchführen. Unter Therapie mit dem sympathomimetischen Amin sollten laufend Blutdruck und Puls sowie das Körperwachstum kontrolliert werden. Auch die Entwicklung neuer oder die Verschlechterung bereits bestehender psychiatrischer Störungen sollte der Arzt im Auge behalten. Da Dexamfetamin möglicherweise zur Abhängigkeit führen kann, ist eine Langzeitanwendung zu vermeiden und es sind behandlungsfreie Zeitabschnitte einzuplanen.
Die in der Fachinformation empfohlene Startdosis liegt bei täglich 5 bis 10 mg. Falls erforderlich, kann die Tagesdosis jeweils wöchentlich in Schritten von 5 mg erhöht werden. Die maximale Tagesdosis beträgt in der Regel 20 mg. Der Einnahmezeitpunkt sollte entsprechend der Symptomausprägung im Tagesverlauf gewählt werden. (ss)
01.12.2011 l PZ
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