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BKK für Heilberufe macht dicht

 

Die BKK für Heilberufe hat den Sanierungskampf verloren und muss zum Jahresende schließen. Das teilte das Bundesversicherungsamt (BVA) als zuständige Aufsichtsbehörde mit. «Bedauerlicherweise haben die in den letzten Jahren ergriffenen Sanierungsmaßnahmen letztlich nicht zum Erfolg geführt, sodass wir diese insbesondere für die Versicherten und Beschäftigten der Krankenkasse schmerzhafte Entscheidung treffen mussten», sagte BVA-Präsident Maximilian Gaßner. Die BKK für Heilberufe habe bereits vor Einführung des Gesundheitsfonds unter erheblichen wirtschaftlichen Problemen gelitten.

 

Die BKK für Heilberufe ist damit bereits die zweite Krankenkasse in Deutschland, die Insolvenz anmelden muss. Mitte des Jahres hatte die Schließung der City-BKK für Chaos gesorgt. Damals wimmelten mehrere Krankenkassen Mitglieder der insolventen City-BKK einfach ab, obwohl sie per Gesetz zur Aufnahme verpflichtet sind. Ein solches Szenario soll sich nun nicht wiederholen. «Ich erwarte, dass die Krankenkassen und ihre Verbände aus den Vorgängen rund um die Schließung der City-BKK gelernt haben», sagte Gaßner. Das BVA werde das Verhalten der Kassen sehr genau beobachten. Sollten sie abermals Versicherte abblitzen lassen, «wird das BVA mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen».

 

Die Versicherten der BKK für Heilberufe müssen sich nun eine neue Krankenkasse suchen. Grund zur Sorge gibt es Gaßner zufolge nicht, der Versicherungsschutz soll lückenlos bestehen bleiben. Auch für Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und andere Leistungserbringer gibt es demnach keine Nachteile. Alle Forderungen würden erfüllt, so Gaßner. (sch)

 

02.11.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Neri