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Betablocker: Riskante Kombinationspartner bedenken

 

Die Kombination mit Betablockern kann bei einigen Wirkstoffen problematisch sein. Beim Wochenendworkshop «Patient & Pharmazeutische Betreuung» nannte Dr. Nina Griese vom Zentrum für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA in Berlin Beispiele: Als erstes ging die Apothekerin auf die Kombination von Insulin und Betablockern sein. «Diese Interaktion wird erst dann relevant, wenn der Patient tatsächlich eine Unterzuckerung bekommt», sagte Griese, denn Betablocker verschleiern bestimmte Warnsignale einer Unterzuckerung, etwa Unruhe, Tremor und Herzklopfen. Wichtig für die Beratung: Die Acetylcholin-vermittelten Symptome wie Schwitzen und Hunger bleiben erhalten. Besonders problematisch sind nicht kardioselektive Betablocker wie Propranolol und Carvedilol. Sie verlängern zusätzlich die Hypoglykämie, indem sie die Gluconeogenese und die Glykogenolyse blockieren. «Wenn möglich sollten insulinpflichtige Diabetiker keine nicht kardioselektiven Betablocker erhalten», sagte Griese. Auch die kardioselektiven Betablocker seien nicht Mittel der ersten Wahl bei Hypertonie und Diabetes. Zur ersten Wahl werden sie aber bei Hypertonie plus Herzinsuffizienz oder KHK und Diabetes.

 

Auch Verapamil und Diltiazem sind problembehaftete Kombinationspartner von Betablockern. «Wegen der Gefahr lebensbedrohlicher bradykarder Rhythmusstörungen ist diese Kombination zu meiden», sagte die Apothekerin. Auch Betablocker-haltige Augentropfen seien wegen dieser additiven negativ inotropen und chronotropen Effekte problematisch bei Verapamil- oder Diltiazem-Patienten. Beim Offenwinkelglaukom sollte der Arzt statt einem Betablocker dann besser Carboanhydrase-Hemmer (zum Beispiel Dorzolamid) oder Alpha-2-Rezeptoragonisten (zum Beispiel Brimonidin, Clonidin) einsetzen. (ss)

 

07.11.2011 l PZ

Foto: Fotolia/abcmedia