Potenzmittel hilft auch bei Prostatabeschwerden |

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat das als Potenzmittel bekannte Tadalafil zur symptomatischen Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) in den USA zugelassen. Tadalafil (Cialis®) ist ein oraler Phosphodiesterase-5-Hemmer, der seit 2003 zur Behandlung erektiler Dysfunktion auf dem deutschen Markt ist und vom Pharmahersteller Lilly vertrieben wird. Der Wirkmechanismus beruht auf der Relaxation der glatten Muskulatur im Corpus cavernosum des Penis. Doch die Phosphodiesterase-5 spielt auch in der Prostata bei der Regulation des Muskeltonus eine Rolle.
In mehreren klinischen Studien konnte der Hersteller nachweisen, dass Männer mit einer BPH, die täglich 5 Milligramm des Wirkstoffs einnahmen, eine signifikante Verbesserung ihrer Symptome zeigten im Vergleich zu denen, die kein Tadalafil erhielten. Typische Anzeichen einer vergrößerten Prostatadrüse sind beispielsweise häufiger Harndrang (auch nachts), verzögerter Beginn der Harnentleerung, ein schwacher Urinstrahl sowie Inkontinenz. Tadalafil ist in den USA zudem und gerade bei Männern indiziert, die neben einer BPH zusätzlich an einer erektilen Dysfunktion leiden.
Als Kontraindikation gilt die Einnahme von Nitraten jeglicher Form, zum Beispiel Nitroglycerin. Da Tadalafil die blutdrucksenkende Wirkung der Nitrate potenziert, könnte sonst ein lebensbedrohlicher Blutdruckabfall die Folge sein. Zudem wird von einer Kombination mit α-Blockern abgeraten, da zurzeit entsprechende Studienergebnisse fehlen und das Risiko einer Blutdrucksenkung besteht. (ar)
12.10.2011 l PZ
Foto: Lilly Pharma