Wie Zink manche Schmerzen lindert |

Wissenschaftler haben den molekularen Mechanismus der schmerzlindernden Wirkung von Zink entschlüsselt. Aus vorangegangenen Untersuchungen weiß man bereits, dass Zink eine Reihe von Proteinen auf den Membranen von Nervenzellen beeinflusst. Es kann sowohl stimulierend als auch hemmend auf die Nervenimpulsübertragung wirken. Unter anderem reagiert die sogenannte NR2A-Einheit des NMDA-Rezeptors stark sensitiv auf Zink.
Französische Forscher haben nun Mäuse gezüchtet, an deren NR2A-Einheiten Zink nicht mehr binden kann. Dann verglichen sie die Schmerzempfindlichkeit dieser Tiere mit der von normalen Mäusen. Das Ergebnis: Bei vielen Schmerztests zeigten sich keine Unterschiede. Die Mäuse mit der veränderten NR2A-Einheit reagierten jedoch extrem sensibel auf Strahlungswärme und zeigten eine Überempfindlichkeit für langsame Erwärmungen. Zudem trat eine sogenannte Allodynie auf, eine Schmerzreaktion auf Reize, die üblicherweise keine Schmerzen verursachen.
Den Unterschied bei den verschiedenen Schmerzreizen erklären die Wissenschaftler damit, dass plötzliche starke Schmerzreize anders verarbeitet werden als Schmerzreize, die langsam zunehmen. Für die Forscher ist dies ein Zeichen, dass Zink vor allem auf die Verarbeitung von langsamen Schmerzreizen wirkt. Die Studie ist in der Fachzeitschrift «Nature Neuroscience» erschienen. (kk)
doi: 10.1038/nn.2844
28.07.2011 l Aponet
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