Depression: Millionen Menschen leiden weltweit |

Weltweit sind 121 Millionen Menschen von schweren Depressionen betroffen. Das berichtet ein großes internationales Forscherteam um die New Yorker Psychiaterin Evelyn Bromet von der State University of New York. Die Untersuchung ist im Journal «BMC Medicine» publiziert. Basis sind detaillierte Interviews mit mehr als 89 000 Menschen aus 18 Ländern. Darunter finden sich 10 Länder mit hohem Einkommen (Deutschland, Belgien, Frankreich, Israel, Italien, Japan, die Niederlande, Neuseeland, Spanien und die USA) sowie 8 Länder mit mittleren und niedrigen Einkommens (Brasilien, Kolumbien, Indien, China, Libanon, Mexiko, Südafrika sowie die Ukraine).
Der Studie zufolge sind 15 Prozent der Menschen in Ländern mit hohem Einkommen gefährdet, im Laufe ihres Lebens eine schwere Depression zu erleiden. In Ländern mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen liegt das Risiko bei 11 Prozent. 5,5 Prozent der Befragten in den reichen Ländern gaben an, im Jahr vor ihrem Interview an einer Depression gelitten zu haben. In den ärmeren Ländern waren es 5,9 Prozent.
Über die Kulturen hinweg litten Frauen doppelt so oft wie Männer an einer Depression. Der Verlust des Partners durch Trennung, Scheidung oder Tod ist hier wie dort einer der Hauptauslöser. «Dies ist die erste Studie, die eine standardisierte Methode einsetzt, um Depressionen über die Länder und Kulturen hinweg zu vergleichen», teilte Studienleiterin Bromet mit. «Wir haben gezeigt, dass Depression in allen Regionen der Welt ein großes Problem ist.»
doi: 10.1186/1741-7015-9-90
26.07.2011 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Marcinski