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Zytostatika: Versorgung von Krebspatienten gefährdet

 

Gefahren für die Versorgung von Krebspatienten sieht der Verband der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA). «Die Entwicklung bedroht Qualität, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Versorgung mit Medikamenten im Kampf gegen Krebserkrankungen«», so VZA-Präsident Dr. Klaus Peterseim in einer Mitteilung.

 

Hintergrund ist die erneute Ausschreibung des AOK-Bundesverbandes für die AOK Nordost vom 31. Mai zur Versorgung der Berliner AOK-Versicherten mit Zytostatika. Sie birgt nach Ansicht der VZA «Risiken von erheblichem Ausmaß». So werde der Bildung von Oligopolen Vorschub geleistet, die notwendige enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker und die pharmazeutische Patientenbetreuung durch ortsnahe Apotheken gefährdet.

 

Bereits vor einem Jahr hatte ein Herstellerbetrieb in Leipzig die Versorgung der Krebstpatienten fast vollständig übernommen – statt der in Berlin ansässigen Apotheken. Der VZA fordert von der Politik, der «gefährlichen Ausschreibungspraxis» einen Riegel vorzuschieben und die Möglichkeit von Einzelverträgen zwischen Krankenkassen und Apotheken aus dem Sozialgesetzbuch zu streichen. Einzelverträge seien mit dem Wegfall der Preisbindung Mitte 2009 hinfällig geworden. (ug)

 

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29.06.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Byron