Japan: Lebensmittel radioaktiv belastet |

In der japanischen Provinz Fukushima sind in Shiitake-Pilzen radioaktive Substanzen gefunden worden. Wie japanische Medien heute unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichteten, wurde in Pilzen in der nordöstlichen Stadt Iwaki Iod-131 gefunden, dessen Konzentration um das 1,55-Fache über dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Bei Cäsium war es das 1,78-Fache. Die Provinzregierung wies 23 Pilzbauern in der Stadt an, keine der Pilze mehr auszuliefern. In der Provinz Fukushima liegt das zerstörte Kernkraftwerk, aus dem seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vor gut drei Wochen weiter Radioaktivität ausströmt.
Bei Gemüse und Meeresfrüchten aus der Umgebung lag die gemessene Radioaktivität dagegen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. In Fukushima seien bei 33 von 49 Gemüse- und Obstsorten Cäsium und Iod festgestellt worden, deren Werte jedoch unter der Höchstgrenze für Lebensmittel liege. Es könne möglich sein, dass die Ausbreitung radioaktiver Substanzen nachlasse, wurde ein Vertreter des Gesundheitsministeriums zitiert.
Cäsium sei auch in fünf Meeresfrüchten vor der Küste der Nachbarprovinz Ibaraki gefunden worden, aber auch hier hätten die Messwerte deutlich unter der gesetzlichen Grenze gelegen.
Zuvor hatte der Atombetreiber Tepco bekanntgegeben, dass aus einem Riss des Reaktors 2 in Fukushima stark radioaktiv verseuchtes Wasser sickere und ins Meer geflossen sei. Das Leck soll nun versiegelt werden. Bei Proben von Meerwasser rund 20 und 30 Kilometer von der Atomruine entfernt seien niedrige Werte von Iod und Cäsium gemessen worden, meldete Kyodo. Sie hätten unter den Grenzwerten gelegen.
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04.04.2011 l PZ/dpa
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