Drospirenon: Neue Studien bestätigen Thromboserisiko |

Frauen, die Antibabypillen mit dem synthetischen Gestagen Drospirenon einnehmen, haben ein höheres Thromboserisiko als Frauen, die mit Levonorgestrel-haltigen Kontrazeptiva verhüten. Diesen bereits seit Längerem bestehenden Verdacht bestätigen jetzt die Ergebnisse zweier Studien, die im «British Medical Journal» erschienen sind. Die Daten, die den beiden Fall-Kontroll-Studien zugrunde liegen, stammen aus britischen Allgemeinarztpraxen und von einer US-amerikanischen Abrechnungsgesellschaft.
Die in den beiden Studien berücksichtigten Frauen waren zwischen 15 und 44 Jahre alt und hatten außer der Einnahme oraler Kontrazeptiva keine weiteren Risikofaktoren für eine Thromboembolie. Das Thromboserisiko war unter Drospirenon in der einen Studie etwa doppelt so hoch wie unter Levonorgestrel, in der anderen sogar etwa dreimal so hoch.
Die Firma Bayer, die mit Angeliq®, Yasmin®, Yasminelle® und YAZ® mehrere Drospirenon-haltige Präparate auf dem deutschen Markt hat, bewertete das Nutzen-Risiko-Profil des Wirkstoffes trotz dieser neuen Studienergebnisse positiv. In einer Pressemitteilung verweist der Hersteller auf mehrere von ihm finanzierte Studien, in denen das Thromboserisiko unter Drospirenon-Einnahme vergleichbar war mit dem von Frauen, die orale Kontrazeptiva mit anderen Gestagen-Komponenten verwendeten. (am)
doi: 10.1136/bmj.d2139
doi: 10.1136/bmj.d2151
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