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Radioaktivität: Japanische Lebensmittel noch sicher

 

In Japan steigt die Furcht vor verseuchtem Essen. Die Regierung wies die lokalen Behörden an, heimische Produkte auf Radioaktivität zu testen. «Die Tests erstrecken sich vor allem auf frische Produkte aus Regionen, die mit dem Unfall zu tun haben», sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kohei Otsuka nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Verpflichtet zu den Tests seien aber sämtliche Behörden im ganzen Land.

 

Bisher seien allerdings bei keinem Nahrungsmittel höhere Belastungen als erlaubt gefunden worden, betonte das Ministerium. Die jetzt aufgestellten Grenzwerte seien höher als internationale Standards. Würden sie überschritten, könnten die Behörden Lieferungen aus dem Verkehr ziehen.

 

Künftig gilt ein Limit von 200 Becquerel Caesium pro Kilogramm Milch und von 500 Becquerel pro Kilogramm Gemüse, Getreide, Fleisch und Eier. Für radioaktives Iod gilt ein Höchstwert von 300 Becquerel pro Kilogramm Trinkwasser und 2000 Becquerel pro Kilogramm Gemüse.   

 

Lebensmittel aus Japan sollen auch in der Europäischen Union auf mögliche Radioaktivität untersucht werden. Bundesverbraucher­ministerin Ilse Aigner (CSU) sagte in Brüssel, wegen der Katastrophe gebe es derzeit gar keine Importe aus Japan.

 

Die Prüfungen gehen auf eine Anweisung der EU-Kommission in Brüssel zurück. Deutschland habe die Kontrollen bereits verstärkt, sagte Aigner. Geprüft wird zunächst dort, wo die Importware zuerst ankommt, in einem Seehafen oder auf einem Flughafen.

 

Insbesondere per Flugzeug gelieferte Frischprodukte würden genau angeschaut. Dies gelte vor allem für Fische und Fischprodukte, Algen sowie Früchte und Pilze, erläuterte das brandenburgische Gesundheitsministerium in Potsdam. Hinweise auf eine radioaktive Belastung gebe es aber bisher nicht.

 

Aigner hält Lebensmittel aus Japan weiter für ungefährlich. «Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind», sagte Aigner. Zudem gebe es wegen der Katastrophe derzeit gar keine Einfuhren aus Japan. «Alle Handelswege sind praktisch zusammengebrochen», sagte die Ministerin. Melde Japan selbst eine erhöhte Strahlenbelastung bei Lebensmitteln, solle ein EU-Krisenmechanismus in Kraft gesetzt werden.

 

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18.03.2011 l dpa

Foto: Fotolia/Zee