Gefahren von radioaktivem Plutonium |

Radioaktives Plutonium, wie es aktuell aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ausgetreten ist, ist aus zwei Gründen besonders gesundheitsschädlich. Zum einen ist Plutonium (Pu) ein Schwermetall und als solches für den Menschen giftig. Zum anderen ist es ein α-Strahler, das heißt beim Zerfall von radioaktiven Plutonium-Nukliden werden vor allem α-Teilchen freigesetzt. Dabei handelt es sich um zweifach positiv geladene Helium-Kerne.
Die Reichweite dieser Teilchen ist zwar sehr gering – sie beträgt nur wenige Milli- bis Zentimeter Luft. Schon durch ein Blatt Papier wird α-Strahlung vollständig abgeschirmt. Ihre mutationsfördernde und erbgutschädigende Wirkung in biologischen Geweben ist aber deutlich stärker als die anderer Strahlenarten. Sie liegt zum Beispiel etwa um den Faktor 20 über der von Röntgenstrahlung.
Gelangt radioaktives Plutonium über die Atemluft, die Nahrung oder Wunden in den Körper, sind die Zellen der schädigenden Strahlung direkt ausgesetzt. Plutonium reichert sich vor allem in den Knochen, der Leber und den Lymphknoten der Atemwege an und erhöht langfristig das Risiko für Lungen-, Knochen- und Leberkrebs sowie Leukämien. Die Halbwertszeit der radioaktiven Plutonium-Nuklide ist sehr lang, sie beträgt zum Beispiel für 239Pu mehr als 24 000 Jahre. (am)
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29.03.2011 l PZ
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