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GLP-1-Analoga: Ein übles Gefühl beim Essen

 

Als Folge der gehemmten Magenentleerung stellt Übelkeit vor allem zu Therapiebeginn eine häufige Nebenwirkung von GLP-1-Analoga wie Exenatid und Liraglutid dar. Darauf wies Dr. Eric Martin, Apotheker aus Marktheidenfeld, beim Pharmacon Davos hin. Im Verlauf der Therapie mit dieser Antidiabetika-Klasse gehen die Beschwerden in den meisten Fällen spontan zurück. Dauerhafte Übelkeit zwingt bis zu 5 Prozent der Behandelten zum Therapieabbruch.

 

Martin riet dazu, die Patienten auf das mögliche Auftreten von Übelkeit hinzuweisen und ihnen Ernährungstipps mit auf den Weg zu geben. So sollten sie bewusst langsam und in kleinen Portionen essen. Stellt sich ein frühzeitiges Völlegefühl ein, sollten die Patienten auf keinen Fall zwanghaft den Teller leer essen. GLP-1-Analoga dürfen ferner nur schrittweise aufdosiert werden, damit den Patienten nicht schlecht wird. Falls erforderlich, kann der Apotheker im Gespräch mit dem Arzt darauf hinweisen.

 

Apropos Arzt: Bei anhaltender und schwerer Übelkeit oder Erbrechen begleitet von starken Oberbauchschmerzen muss das Präparat sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Dieser muss den Verdacht auf eine akute Pankreatitis abklären. (ss)

 

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08.02.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Kneschke