Billig-Alkohol in Discos ruft Suchtexperten auf den Plan |

Suchtexperten in Mecklenburg-Vorpommern kritisieren reduzierte Alkoholpreise in Diskotheken. Wie der Chef der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung, Rainer Siedelberg, in Schwerin sagte, gebe es in der Landeshauptstadt eine Diskothek mit einem «Freaky Friday», bei dem Mädchen sieben und Jungs zehn Freigetränke für ihren Eintritt bekommen. In einer Disco im Kreis Parchim fänden regelmäßig «50-Cent-Partys» statt, in Neubrandenburg bekämen die jungen Leute bei einer Beachparty für 25 Euro Eintritt Getränke so sie wollen. In manchen Diskos sind schon 16-Jährige zu finden, wie Siedelberg sagte.
«Das Argument, dass die jungen Leute doch auch alkoholfrei trinken können, ist nicht akzeptabel», sagte Siedelberg. Er begrüßte ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz, das einem Wirt den Verkauf alkoholischer Getränke zu reduzierten Preisen untersagt habe. Zu diesem Beschluss vom 17. Februar (Az.: 6 B 10231/11.OVG) sei das Gericht gekommen, weil der Wirt mit diesem Angebot gezielt ein jugendliches Publikum angesprochen habe.
Alle vorbeugenden Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch junger Menschen nützten wenig, wenn sie nicht als breites, gesamtgesellschaftliches Engagement verstanden werden, sagte der Suchtexperte. «Wir alle sind gefragt, um für einen genussvollen und gefahrlosen Alkoholkonsum zu werben und ihn auch zu fordern.» Er mahnte Kontrollen durch die Kommunen an.
25.02.2011 l dpa
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