Lagerwertverluste: Hersteller wollen nicht zahlen |

Die pharmazeutischen Unternehmen fühlen sich nicht zuständig für Lagerwertverluste in den Apotheken durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG). Danach muss der Großhandel den Krankenkassen einen Abschlag von 0,85 Prozent auf den Herstellerabgabepreis gewähren. Dies macht sich in den Apotheken bemerkbar, indem der Apothekeneinkaufspreis sinkt. Der Abschlag wird auch fällig für Arzneimittel, die zwar 2010 von den Apotheken eingekauft, jedoch erst 2011 zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben werden. Dadurch kommt ein Lagerwertverlust zustande, den derzeit laut Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) die Apotheker massenhaft bei den Herstellern beklagen. Die Pharmafirmen wollen jedoch nicht für den Verlust aufkommen, da sich am Herstellerabgabepreis nichts geändert hat.
«Die Arzneimittelhersteller haben Verständnis dafür, dass Apotheken einen Ausgleich für ihre Lagerwertverluste verlangen», sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp in einer Pressemitteilung. «Da die Verluste aber durch die Erhöhung von Abschlägen auf der Handelsstufe entstanden sind, sind die Hersteller hierfür absolut nicht der richtige Ansprechpartner.» Fahrenkamp ruft die Apothekerverbände auf, ihre Mitglieder hierüber aufzuklären. «Bei allem Verständnis für die schwierige Gemengelage sind diese Forderungen unbegründet», erklärte Fahrenkamp. (db)
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05.01.2011 l PZ
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