Reisewarnung: Beginn der Meningokokken-Saison in Afrika |

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf warnt vor Meningokokken-Epidemien im äquatorialen Afrika. Während der Trockenzeit, die im Dezember beginnt, kommt es im sogenannten «Afrikanischen Meningitis-Gürtel» regelmäßig zu Ausbrüchen. Zu den gefährdeten Ländern zählen unter anderem Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Ghana , Niger, Nigeria, Tschad, Sudan, Äthiopien, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo und Uganda. Laut CRM infizierten sich in der vergangenen Saison (Dezember bis April) fast 90 000 Afrikaner, von denen mehr als 5000 starben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trat 1996/1997 die bislang größte Epidemie mit mehr 250 000 Erkrankten, geschätzten 25 000 Toten und 50 000 bleibenden Behinderungen auf. Solch große Epidemien treten alle sieben bis 14 Jahre auf.
Meningitis wird durch Viren und Bakterien ausgelöst. Unter letzteren ist Neisseria meningitidis die Art mit dem größten Potenzial, große Epidemien auszulösen. Die Art ist in zwölf Serotypen unterteilt, doch nicht gegen jeden Typ steht eine Vakzine zu Verfügung. Afrika-Reisenden empfiehlt das CRM eine Meningokokken-Impfung, die gegen die Serotypen ACWY schützt. Da Meningokokken auch in Deutschland endemisch sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission, jedes Kind im zweiten Lebensjahr gegen den Serotyp C zu impfen.
Meningokokken werden von Mensch zu Mensch als Tröpfcheninfektion übertragen. Symptome einer Meningitis sind ein steifer Nacken, hohes Fieber, Lichtempfindlichkeit, Verwirrung, Kopfschmerzen und Erbrechen. Selbst bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung sterben 5 bis 10 Prozent der Patienten, in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach den ersten Symptomen. 10 bis 20 Prozent der Überlebenden erleiden bleibende neurologische Schäden. (db)
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16.12.2010 l PZ
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