Verhütung: Hormoneller Schutz und Körpergewicht |

Wie zuverlässig ein hormonelles Kontrazeptivum wirkt, hängt anscheinend auch mit dem Körpergewicht zusammen. Für ein Cochrane-Review betrachteten Forscher die Ergebnisse aus Studien mit verschiedenen hormonellen Verhütungsmitteln, an denen insgesamt fast 40 000 Frauen teilnahmen. In einer Studie mit zwei oralen Kombinationspräparaten hatten Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) höher als 25 ein höheres Schwangerschaftsrisiko. Der BMI ist mit dem Körperfettanteil assoziiert. In einer Studie mit einem hormonellen Verhütungspflaster hatten Frauen mit einem Gewicht von 80 Kilogramm oder mehr unabhängig von ihrem BMI ein erhöhtes Empfängnisrisiko. Weitere Studien mit einem Vaginalring und einem langjährigen Stäbchenimplantat zeigten ein höheres Schwangerschaftsrisiko für Frauen mit einem Gewicht von mehr als 70 Kilogramm. Zwei weitere Studien mit Implantaten zeigten jedoch keinen Einfluss des Gewichts auf die Effektivität der Verhütung, ebenso wenig wie bei injizierten Monatsdepots.
Nur in einer von drei Studien korrelierte das Schwangerschaftsrisiko mit dem Body-Mass-Index. Eindeutige Aussagen zur Effektivität einer hormonellen Verhütungsmethode im Verhältnis zu Körpergewicht oder Körperfettanteil lassen sich also noch nicht treffen. Die Autoren weisen jedoch daraufhin, dass es sich um die sichersten zur Verfügung stehenden Verhütungsmethoden handelt. Sie fordern die Pharmafirmen auf, demnächst ihre Studiendaten nach Körpergewichtsklassen aufzuschlüsseln. (db)
doi: 10.1002/14651858.CD008452.pub2
26.07.2010 l PZ
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