Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Lungenkrebs: Personalisierte Therapie möglich

 

Der Nachweis wichtiger Biomarker macht eine zielgerichtete Therapie des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms möglich. Ferner kann damit die Prognose von Patienten verbessert werden. Zu diesen Schlüssen kommen Wissenschaftler der Universität Texas. Auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research in Washington stellten sie Ergebnisse der sogenannten BATTLE-Studien vor (Biomarker-integrated Approaches of Targeted Therapy for Lung Cancer). Nachdem elf wichtige Biomarker bestimmt waren, wurden insgesamt 255 Lungenkrebspatienten in vier Gruppen eingeteilt. Sie erhielten entweder eine Monotherapie bestehend aus den Tyrosinkinasehemmern Erlotinib, Sorafenib oder Vandetanib oder eine Kombinationstherapie aus Erlotinib und dem Retinoid Bexaroten. Als Endpunkt wurde die Tumorkontrolle nach acht Wochen festgelegt. Diesen erreichten 61 Prozent der Patienten mit KRAS-Mutation, wenn sie Sorafenib erhalten hatten, während es nur 32 Prozent in den anderen drei Gruppen waren. Auch für andere Biomarker konnte gezeigt werden, dass sie das Ansprechen der Therapie beeinflussen. Der Wirkstoff Erlotinib sprach zum Beispiel am besten an, wenn EGFR-Mutationen vorlagen. Bei Vandetanib war das bei Tumoren, die VEGFR-2 exprimieren, der Fall. Die gemeinsame Gabe von Erlotinib und Bexaroten wirkte dagegen am besten bei Tumoren mit Defekten im Cyclin D1-Protein beziehungsweise solchen mit amplifiziertem EGFR-Gen. Die Wissenschaftler betonten, dass diese Daten in weiteren Studien der Phase III noch zu bestätigen sind. (ss)

 

21.04.2010 l PZ

Foto: Fotolia/Kaulitzki