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Augenreiben wegen Testosteronmangels

 

Ein Mangel an männlichem Sexualhormon ist eine wichtige Ursache für trockene Augen. Wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mitteilt, senkt ein Testosteronmangel nicht nur die Menge der abgesonderten Tränenflüssigkeit, sondern beschleunigt auch deren Verdunstung. «Experimente zeigen, dass Testosteron direkt auf die Tränendrüsen wirkt und so die Bildung der Tränenflüssigkeit steigert», sagte DOG-Pressesprecher Professor Dr. Christian Ohrloff, Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt am Main. Ein Mangel des männlichen Geschlechtshormons stört zudem die Funktion der sogenannten Meibom-Drüsen. Diese sitzen in den Augenlidern und geben ein öliges Sekret in den Lidspalt ab. Mit jedem Lidschlag verteilt sich das Meibom-Öl auf dem Tränenfilm und verhindert so, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. «Inzwischen wissen wir, dass die Meibom-Drüsen auf Testosteron rezeptorgesteuert mit einer vermehrten Ausschüttung von Meibom-Öl reagieren», sagte Ohrloff. Weibliche Geschlechtshormone wirken entgegengesetzt. Laut DOG weist eine amerikanische Studie darauf hin, dass Testosteronsalben die Produktion der Tränenflüssigkeit und des Meibom-Öls steigern können. Der Nutzen für den Patienten müsse jedoch genau untersucht werden, bevor derartige Salben zum Einsatz kommen, sagte Ohrloff. Denn die künstliche Zufuhr von Testosteron könne, auch als Salbe verabreicht, möglicherweise das hormonelle Gleichgewicht stören. (ss)

 

12.01.2010 l PZ

Foto: Fotolia/Kovacevic