Schweinegrippe: Kein GWS durch Impfstoff |

Das im Pandemieimpfstoff in geringen Mengen enthaltene Squalen ist nicht der Auslöser des sogenannten Golfkriegssyndroms (GWS). Darauf weist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer Stellungnahme ausdrücklich hin, um entsprechenden Sorgen, die derzeit in der Bevölkerung und in Medizinerkreisen kursieren, entgegenzutreten. Das «Golfkriegssyndrom» beschreibt eine unklare Gesundheitsstörung mit verschiedenen Symptomen wie Gelenk- und Muskelschmerzen, ungewöhnlicher Müdigkeit und Erschöpfungszuständen sowie Gedächtnisproblemen, die erstmals bei den heimgekehrten Soldaten des Zweiten Golfkrieges beobachtet wurde.
Hintergrund für die Befürchtungen, das in Pandemrix enthaltene Squalen könnte unerwünschte Langzeitfolgen haben, ist eine kleine Studie aus dem Jahr 2000, der zufolge Soldaten mit GWS Antikörper gegen Squalen im Blut hatten. Der Impfstoff gegen Milzbrand (Anthrax), den viele dieser Soldaten erhielten, wurde als mögliche Quelle vermutet. Eine spätere Arbeit derselben Arbeitsgruppe zeigte jedoch, dass einige nicht geimpfte, beschwerdefreie Kontrollpersonen auch Antikörper gegen Squalen aufwiesen. Zudem wurden bei einigen Soldaten mit GWS-ähnlichen Beschwerden keine Antikörper gefunden. Außerdem hat sich herausgestellt, dass der Milzbrand-Impfstoff kein Squalen enthielt.
Mittlerweile ist belegt, dass Antikörper gegen Squalen natürlicherweise in der amerikanischen Bevölkerung vorkommen (IgG: bei etwa 15 Prozent, IgM: etwa 30 Prozent) und auch nicht mit einer Anthrax-Impfung assoziiert sind. Andere Autoren haben niedrige Anti-Squalen-IgG-Antikörpertiter sogar in einer Häufigkeit von 29 bis 79 Prozent in gesunden normalen Populationen gemessen. Das PEI stellt klar, dass ein großer Teil der normalen Bevölkerung bereits in geringen Mengen Squalen-Antikörper aufweist und dass kein Zusammenhang zwischen Squalen-Antikörpern und diesem unklaren Krankheitsbild besteht. Zudem sei das Squalen-haltige Adjuvans MF59 im Grippeimpfstoff Fluad enthalten, der seit 1997 zugelassen und seitdem 40 Millionen Mal weltweit verimpft wurde, ohne dass auffällige Nebenwirkungen oder Langzeitnebenwirkungen beobachtet wurden. (ch)
Die ausführliche Stellungnahme des PEI ist unter www.pei.de/cln_116/nn_1715010/[...] zu finden.
13.11.2009 l PZ
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