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Schweinegrippe: Schwangere sofort behandeln

 

Schwangere und Stillende, die Symptome der Schweinegrippe zeigen, sollten innerhalb von 48 Stunden mit Neuraminidase-Hemmern behandelt werden. So lautet eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). «Schwangere gehören zur Hochrisikogruppe, weshalb eine rasche symptomatische Behandlung zu empfehlen ist», sagte Präsident Professor Dr. Klaus Vetter zu einer DGGG-Stellungnahme. Nach Beobachtungen der US-amerikanischen und europäischen Seuchenbehörden haben Schwangere im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf einer H1N1-Infektion. Der Fetus sei nicht durch Fehlbildungen gefährdet. Bevor jedoch Oseltamivir oder Zanamivir zum Einsatz kommen, sollte vor allem bei Schwangeren im ersten Trimenon eine Virus-PCR zur Diagnostik gemacht werden. «Bei Schwangeren raten wir dazu, nicht an der Diagnostik zu sparen, um einen unnötige Belastung des Embryos oder des Fetus mit Neuraminidase-Hemmern zu vermeiden», sagte Vetter.

 

Besser als die Behandlung ist die Prävention. Zu dieser gehören gründliches Händewaschen, das Vermeiden von Menschenansammlungen und eine Schutzimpfung.  Die DGGG schließt sich den Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts an. Danach sollen Schwangere bevorzugt ab dem zweiten Trimenon mit einer Vakzine ohne Adjuvans geimpft werden. Zurzeit ist solch ein Impfstoff in Deutschland nicht erhältlich. Vetter erwartet jedoch, dass bald eine entsprechende Vakzine zur Verfügung steht. (db)

 

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16.10.2009 l PZ

Foto: Fotolia/Arto