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Forschung: Spermidin gegen Zellalterung

 

Eine Substanz aus dem Sperma kann das Altern von Zellen aufhalten. Das haben zwei Grazer Wissenschaftler entdeckt. Bislang war bekannt, dass die Substanz Spermidin, die vor allem in männlicher Samenflüssigkeit vorkommt, eine wichtige Funktion beim Zellwachstum hat. Die beiden Forscher Frank Madeo und Tobias Eisenberg fanden nun heraus, dass Spermidin auch hilft, geschädigte Zellen zu reparieren und so den Alterungsprozess zu bremsen. «Es geht in den Zellkern und programmiert ihn auf jugendlich», erklärten sie. Die Ergebnisse sind in dem internationalen Fachjournal «Nature Cell Biology» veröffentlicht (Doi: 10.1038/ncb1975). Madeo und Eisenberg hatten bei ihrem Projekt mit 29 Forscher aus sechs Ländern an elf Universitäten zusammen gearbeitet.

 

Der natürliche Stoff Spermidin finde sich in unterschiedlichem Umfang in allen Körperzellen, seine Konzentration nehme aber während des Alterns kontinuierlich ab. Die Ergebnisse könnten auch für die klinische Forschung relevant werden, zum Beispiel bei Alterserkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, hieß es am Montag auf der Webseite der Karl-Franzens-Universität in Graz. Unterdessen können Interessenten auf natürliche Quellen zurückgreifen. Spermidin kommt auch in Grapefruits, Weizenkeimen und Sojabohnen vor.

 

05.10.2009 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/ktsdesign