Todesfall: Antibabypille unter Verdacht |

In der Schweiz ist eine junge Frau plötzlich an einer Lungenembolie gestorben. Die schweizerische Arneimittelbehörde Swissmedic überprüft nun, ob ein Zusammenhang mit der Einnahme des Kontrazeptivums «Yaz» von Bayer Schering Pharma besteht. Die 21-Jährige hatte zehn Monate zuvor ein Rezept bekommen. Die Pille enthält die Hormone Drospirenon und Ethinylestradiol. Swissmedic will bis Ende Oktober alle Drospirenon-haltigen Kontrazeptiva prüfen. «Thromboembolische Komplikationen sind seltene, aber gut bekannte Komplikationen in Verbindung mit weiblichen Sexualhormonen», heißt es in einer Pressemitteilung von Swissmedic. Zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 15. April 2009 wurden der Behörde 691 Fälle vermuteter unerwünschten Arzneimittelwirkungen unterschiedlichen Schweregrades im vermutlichen Zusammenhang mit hormonellen Kontrazeptiva gemeldet. 49 Meldungen betrafen venöse Thromboembolien.
Bayer nehme jede Meldung über mögliche Nebenwirkungen von Produkten «sehr ernst» und kläre diese sorgfältig in enger Zusammenarbeit mit den Behörden, zitiert die Deutsche Presse Agentur (dpa) einen Unternehmenssprecher. Dass Antibabypillen Thrombosen und Lungenembolien auslösen können, sei aber eine bekannte Komplikation. Die Wahrscheinlichkeit solcher Nebenwirkungen sei genauso hoch wie bei vergleichbaren Konkurrenzprodukten zur Empfängnisverhütung. Das künstliche Gestagen Drospirenon ist Bestandteil der Antibabypillen «Yaz», «Yasmin», «Yasminelle», «Aida», «Angeliq» und «Petibelle». (db)
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28.09.2009 l PZ
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