Rabattverträge: Omeprazol auf Halde |

Bei der ersten AOK-Rabattvertragsrunde häuften sich die Lieferschwierigkeiten, jetzt werden die Hersteller ihre Arzneimittel nicht los. Bei KSK stapeln sich die Omeprazol-Packungen. Der Chef des Pharmaherstellers Peter Krcmar hat daher eine Gewinnwarnung an die Aktionäre herausgegeben, berichtete heute das «Handelsblatt». Seit dem Start der neuen AOK-Rabattverträge im Juni wurden erst 6 Prozent des Vertragsvolumens an AOK-Patienten abgeben. Obwohl der Hersteller die weitere Produktion stoppte, wird befürchtet, dass nicht alle der bis jetzt eingelagerten Omeprazol-Packungen verkauft werden können. Die AOK selbst müsse mit einem um 10 Prozent verringerten Einsparvolumen rechnen, falls sich an der momentanen Lage nichts ändert.
Als der Vertrag abgeschlossen wurde, bot KSK unübliche Packungsgrößen an, beispielsweise 56 statt 60 Kapseln. Wenn ein Arzt eine 60er-Packung verschreibt, darf der Apotheker diese jedoch nicht einfach durch eine 56er-Packung ersetzen. Dies wäre kein Austausch von Gleichem mit Gleichem (aut idem). Die Firma hat ihre Produktion jetzt den marktüblichen Größen angepasst. Die neuen Packungen können jedoch auch nicht an AOK-Patienten abgegeben werden, weil sich der Rabattvertrag auf die alten Größen beschränkt. Damit der Rabattvertrag für ein Omeprazol-Präparat umgesetzt werden kann, muss der Arzt auf dem Rezept entweder direkt eine KSK-Packung verschreiben und das Aut-idem-Kreuz setzen oder Wirkstoff, Dosierung und die genaue Anzahl oder eine N-Größe angeben. (svs)
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20.08.2009 l PZ
Foto: Fotolia/Galushko (Symbolbild)