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Folsäure: Zu viel überfordert die Leber

 

Der Folsäureumsatz der menschlichen Leber ist begrenzt und lässt sich nicht durch eine vermehrte Aufnahme durch die Nahrung steigern. Zu diesem Ergebnis kommen Steven W. Bailey und June E. Ayling von der University of South Alabama, USA, im Wissenschaftsmagazin «PNAS» (Doi: 10.1073/pnas.0902072106). Folsäure ist auch als Vitamin B9 bekannt und wird unter anderem zur Prävention von Herzkrankheiten und Neuralrohrdefekten sowie kognitiven Störungen eingesetzt. Das Enzym Dihydrofolatreduktase wandelt Folsäure in der Leber in die wirksame Tetrahydrofolsäure um. Die Aktivität ist jedoch begrenzt, da schnell eine Enzymsättigung erreicht wird. Bei Erhöhung der täglichen Dosis reichert sich lediglich die nicht verstoffwechselte Folsäure im Körper an.

 

Die Forscher führten Untersuchungen an sechs menschlichen Lebern durch. Ihre Stoffwechselaktivitäten unterschieden sich deutlich voneinander. Im Vergleich zu Rattenlebern war der Folsäureumsatz um das Fünzigfache verringert. Bailey und Ayling kommen zu dem Schluss, dass eine Folsäuredosis von maximal 1000 Mikrogramm pro Tag nicht überschritten werden sollte. Das deckt sich mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Demnach sollen Erwachsene 400, stillende Mütter 600 und Frauen, die schwanger werden möchten oder sich in den ersten Schwangerschaftswochen befinden, 1000 Mikrogramm Folsäure täglich zu sich nehmen. (svs)

 

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26.08.2009 l PZ

Foto: Fotolia/Zielinska