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HPV-Impfung: Nebenwirkung im ZNS

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Der HPV-Impfstoff Gardasil kann laut einer australischen Studie zu demyelinisierenden Erkrankungen im zentralen Nervensystem führen. Dabei kommt es zu Schäden der Isolations- und Versorgungsschicht der Nervenzellen. Wie die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) mitteilt, beschreiben die Autoren um Dr. Michael Barnett im Fachjournal «Multiple Sclerosis» fünf Fälle von Entzündungen des ZNS, die innerhalb von 28 Tagen nach der ersten oder zweiten Impfung mit Gardasil® auftraten (Doi: 10.1177/1352458508096868). Bei drei der Patientinnen zwischen 16 und 26 Jahren waren bereits zuvor neurologische Symptome aufgetreten, sodass nun die Diagnose Multiple Sklerose gestellt wurde. Die zwei anderen zeigten erstmal neurologische Symptome; eine von ihnen entwickelte ebenfalls Multiple Sklerose. Die Entzündungen gingen bei einer Patientin spontan, bei den anderen vier nach der Gabe von Methylprednisolon zurück.

 

Die AkdÄ weist darauf hin, dass Impfungen entzündliche Erkrankungen zwar triggern können, jedoch nicht als ihr Auslöser angesehen werden. Das Risiko für schwerwiegende neurologische Erkrankungen würde mit 0,1 bis 0,2 Fälle pro 1 Million Impfungen als gering eingestuft. Bislang listet die deutsche Datenbank für Verdachtsfälle von Impfkomplikationen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zehn Fälle von MS im zeitlichen Zusammenhang mit einer HPV-Impfung. Fünf davon seien «unwahrscheinlich», vier «nicht beurteilbar» und eine Beurteilung ist aufgrund fehlender Informationen noch nicht abgeschlossen. (db)

 

13.07.2009 l PZ

Foto: TK