Studiendaten: Vorwürfe gegen Pfizer |

Der Pharmakonzern Pfizer soll Studiendaten zum Antidepressivum Reboxetin verschwiegen haben, meldet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Laut IQWiG gebe es mindestens 16 Studien zu Reboxetin (Edronax®); in neun von ihnen fehlten jedoch wichtige Informationen, um zu einer neutralen Beurteilung zu kommen. «Durch das Verschweigen von Studiendaten nimmt der Hersteller Patienten und Ärzten die Möglichkeit, sich informiert zwischen verschiedenen Therapieoptionen zu entscheiden», sagte Professor Dr. Peter T. Sawicki, Leiter des IQWiG. Das behindere die bestmögliche Behandlung der Patienten und führe sogar zu nutzlosen Therapien. «Irreführung durch Verschweigen ist kein Kavaliersdelikt.» Das IQWiG nimmt diesen Fall zum Anlass, generell das Studien-Bias, also die einseitig gefärbte Veröffentlichung von Ergebnissen, zu kritisieren. Selbstverpflichtungen genügten nicht, heißt es beim IQWiG. Die Hersteller sollen (wie in den USA seit 2008) gesetzlich verpflichtet werden, alle Studiendaten offenzulegen, sowohl gute als auch schlechte. (db)
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10.06.2009 l PZ
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