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Meran: Pharmacon eröffnet

 

Mehr als 600 Teilnehmer konnte der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), Dr. Ulrich Krötsch, zum 47. Internationalen Fortbildungskurs für praktische und wissenschaftliche Pharmazie am Sonntag im Kurhaus in Meran begrüßen. «Der 19. Mai 2009 war für uns ein sehr wichtiger Tag.» Mit diesem Satz eröffnete Krötsch seine Rede. Er nahm damit Bezug auf das positive Urteil der Richter am Europäischen Gerichtshof in Sachen Fremdbesitzverbot. Krötschs Warnung ließ jedoch nicht lange auf sich warten: «Dieses Urteil bedeutet nicht, dass der Staat nicht Gestaltungsspielraum hätte.» Dass diejenigen, die Auslöser für den Gang vor den EuGH waren, nicht aufgeben, sehe man schon daran, dass sie gegen die Anordnung zur Schließung der Docmorris-Apotheke in Saarbrücken Klage erhoben haben.

 

Welche Auswüchse die genannten Gestaltungsspielräume des Staates annehmen können, sieht man dem BAK-Präsidenten zufolge am Versandhandel mit Arzneimitteln. Diesen hatte die damalige Bundesregierung zum 1. Januar 2004 eingeführt. Das war gleichzeitig die Geburtsstunde der sogenannten Pick-up-Stellen. Krötsch kritisierte, dass alle Politiker die von diesen Konstrukten ausgehenden Gefahren erkannt haben, aber dennoch nicht bereit seien, den Auswüchsen ein Ende zu bereiten, indem sie die Pick-up-Stellen verbieten. Im Rahmen der Diskussion über die 15. Novelle des Arzneimittelgesetzes gebe es seit Monaten ein Hin und Her zwischen den Parteien, ohne dass klar Position bezogen würde.

 

«Das EuGH-Urteil ist kein Freibrief, sich zurückzulehnen. Wir müssen uns tagtäglich als freier Heilberuf beweisen», sagte Krötsch. So seien die Rezeptur, die Information und Beratung der Patienten sowie die Pharmazeutische Betreuung Leistungen, die den Apotheker unverzichtbar machen. «Diese müssen wir weiterhin qualitätsgesichert erbringen und konsequent weiterentwickeln», sagte Krötsch. Aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung, den medizinischen Grundkenntnissen und der hohen Zahl an Kundenkontakten sei der Apotheker zudem prädestiniert, stärker in Präventionsaufgaben eingebunden zu werden. Zur Weiterentwicklung des Berufsbildes zählt für den BAK-Präsidenten daher auch die Ausweitung der Präventions-Aufgaben.

 

So vielfältig die Leistungen der Apotheker sind, so vielfältig ist auch das Programm beim diesjährigen Pharmacon Meran: Schwerpunktthemen sind die Tumortherapie, die Haut und die Arzneimitteltherapie im Kindesalter. (ss)

 

08.06.2009 l PZ

Foto: PZ/Archiv