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Kostenlose Antibiotika: Experten schlagen Alarm

 

US-Amerikanische Supermärkte, die Antibiotika verschenken, bekommen endlich Gegenwind. In einem gemeinsamen Brief warnen die Infectious Diseases Society of America (IDSA) und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) vier Supermarktketten davor, weiterhin kostenlose Antibiotika in ihren Apothekenshops anzubieten. Den dabei entstandenen Schaden sollen sie über einer gemeinsame Kampagne mit CDC und IDSA wieder gutmachen. In dieser Aktion sollen die Kunden über den richtigen Gebrauch von Antibiotika informiert werden. «Supermärkte haben die Möglichkeiten, die Gesundheit ihrer Kunden zu schützen», sagt Lauri Hicks, Medizinischer Direktor der CDC. Wenn sie ihren Kunden erklären, wann Antibiotika wirken und wann sie schaden, würden sie der Öffentlichkeit einen großen Dienst erweisen.

 

Tatsächlich hätten allerdings auch die Verantwortlichen der Supermärkte eine Schulung dringend nötig. Seit Beginn des Winters bieten mehrere Ketten kostenlose Antibiotika gegen Erkältungen an, obwohl die Medikamente hier bekanntermaßen nicht wirken. IDSA-Präsidentin Anne Gershon hält dies für unverantwortlich: «Es schadet mehr als es hilft, wenn Patienten Antibiotika in Indikationen nehmen, bei denen diese Medikamente gar nicht wirken. In Zeiten, in denen Resistenzen zunehmen und nur noch wenige neue Antibiotika entwickelt werden, müssen Supermärkte verantwortungsvoller mit der Bewerbung von Antibiotika umgehen. Statt kostenloser Antibiotika sollten die Ketten besser Gratis-Impfungen anbieten.» (dr)

 

26.02.2009 l PZ

Foto: Fotolia/Balaraman