Rhesus-Faktor: Test vor der Geburt verschafft Klarheit |

Der Rhesus-Faktor des kindlichen Blutes kann noch vor der Geburt mit einer neuen Methode bestimmt werden. Das kann bei einigen Rhesus-negativen Schwangeren eine Prophylaxe unnötig machen, die das Kind bei einer Rhesus-Unverträglichkeit vor lebensgefährlichen Schäden bewahren soll. Dies berichtet eine Göttinger Arbeitsgruppe um Professor Dr. Tobias Legler in der Online-Ausgabe des Fachjournals «Transfusion» (Doi: 10.1111/j.1537-2995.2008.01843.x). Zusammen mit anderen europäischen Wissenschaftlern isolierten sie mit einem Magnetspitzen-Roboter die DNA des Feten aus dem Blut der Mutter und bestimmten den Rhesus-Faktor. 1113 Blutproben werteten die Forscher aus. Die Vorhersagen aus der Nukleinsäure-Extraktion stimmten in 99,8 Prozent aller Fälle, berichten sie. Damit ist die Methode genauso sicher wie die herkömmliche Blutgruppenbestimmung (99,5 Prozent Genauigkeit).
Die Rhesus-Prophylaxe ist notwendig, wenn eine Mutter mit Rhesus-negativer Blutgruppe ein Kind mit positivem Rhesus-Faktor bekommt. Prophylaktisch bekommen alle Schwangere mit negativem Rhesus-Faktor in Deutschland zurzeit die Behandlung. Die neue Studie hat zudem gezeigt, dass in 35 Prozent der Fälle die Prophylaxe unnötig ist, da sich Mutter und Kind im Rhesus-Faktor nicht unterscheiden. (nis)
21.08.2008 l PZ
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