Antidepressiva: Keine Wirkung ohne neue Nervenzellen |

Damit Medikamente sowie sportliche Betätigung antidepressiv wirken können, muss das Gehirn neue Nervenzellen bilden. Dies folgern Forscher von der University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas aus Tierversuchen. Die Wissenschaftler veränderten Mäuse gentechnisch so, dass ihnen der membranständige Tyrosinkinaserezeptor TrkB in jenen Stammzellen fehlt, die neue Nervenzellen im Gehirn hervorbringen. Sie behandelten die Tiere entweder wochenlang mit Antidepressiva oder ließen sie in Laufrändern rennen. Keine der Maßnahmen verringerte das depressive Verhalten der Mäuse und in den fraglichen Hirnregionen waren keine neuen Neuronen gewachsen.
Die Ergebnisse zeigen, dass antidepressiv wirkende Maßnahmen zumindest im Tierversuch TrkB brauchen, um das Wachstum neuer Nervenzellen anzuregen. Dies könnte erklären, warum Depressionen bei Patienten erst Wochen nach Therapiebeginn nachlassen, obwohl ein Anstieg der zentralen Neurotransmitter sehr schnell einsetzt. Die Forscher hoffen, dass sich daraus Ansatzpunkte für neue Arzneistoffe ergeben. Das Team um den Studienleiter Dr. Luis Parada veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachjournal «Neuron» (Doi: 10.1016/j.neuron.2008.07.028). (nis)
28.08.2008 l PZ
Foto: PLoS Biology