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EM: Zecken schon im Trainingslager

 

Die einzig sichere Grünfläche während der Fußball-Europameisterschaft wird der Rasen in den Stadien sein. «Dieser Rasen ist so künstlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass es da einer Zecke gut geht», sagt der Allgemeinmediziner Josef Lohninger von der österreichischen Ärztekammer. Im Rest des Landes lauern jedoch Milliarden der schwarzen Spinnentiere auf Opfer, einige können die beim Menschen in seltenen Fällen tödliche Hirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Experten raten deshalb anreisenden Fußballfans, sich noch in der Heimat gegen die Viruserkrankung impfen zu lassen. Gegen Borreliose, die ebenfalls von Zecken übertragen wird, gibt es keine Vorbeugung. Die Bakterieninfektion kann aber mit Antibiotika behandelt werden. «Alles was in Österreich unter 2000 Metern Höhe liegt, ist eigentlich schon FSME-Risikogebiet», sagt Lohninger. In Deutschland könne man sich vor allem im Süden anstecken, in der Schweiz im Norden. In Österreich sei es dagegen überall gefährlich. Der milde Winter und das seit Wochen feucht-warme Wetter haben ideale Lebensbedingungen für die Tiere geschaffen. «Es ist keine Katastrophe, aber momentan gibt es mehr Zecken als sonst», sagt der Mediziner. Auffällig sei, dass sich die Tiere als Folge des Klimawandels nun auch in höheren Lagen ansiedeln. «In Tirol wurden neuerdings Zecken auf 1400 Metern Höhe nachgewiesen.» Für eine schnelle Impfung vor EM-Beginn ist es jetzt allerdings schon fast zu spät. «Mit etwas Glück ist der volle Schutz dann beim Endspiel vorhanden», sagt Lohninger. Dennoch sei es sinnvoll, mit der ersten der insgesamt drei Impfungen noch zu beginnen, da mit einem Teilschutz der Krankheitsverlauf nicht so schwer sei. Ob man sich FSME als «EM-Souvenir» geholt habe, merke der Fan wegen der Inkubationszeit von zwei bis sieben Wochen erst in der Heimat.

 

29.05.2008 l dpa

Foto: Fotolia/Epp