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EGK im Online-Test

 

Die elektronische Gesundheitskarte (EGK) wird von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) auf ihre Online-Fähigkeit hin getestet. Dies gab die Kasse auf der Computermesse Cebit in Hannover bekannt. Mittels online- statt nur offlinefähiger Gesundheitskarten werde das Auslesen der Versichertenstammdaten, das elektronische Rezept sowie die Speicherung von Notfalldaten geprüft, heißt es in einer Pressemitteilung der Kasse. Dies geschehe mit Zustimmung und unter aktiver Beteiligung der Versicherten. Für den KKH-Vorstandsvorsitzenden, Ingo Kailuweit, sind Online-Funktionen der EGK unverzichtbar. Eine Ausgabe von Karten, die ausschließlich offline funktionieren, lehnt er ab: «Wer eine Gesundheitskarte ohne grundlegenden Test der Online-Funktionen lediglich für die Übermittlung der Versichertenstammdaten ausgibt, gefährdet die Akzeptanz des Gesamtprojekts bei Versicherten, Ärzten und Apothekern.» Die neue elektronische Gesundheitskarte wird die bisherige Chipkarte schrittweise ablösen. Mit der bundesweiten Einführung der Karte rechnet die KKH frühestens für das Jahr 2009. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presseagentur (dpa), technische Voraussetzungen, die Grundlage für die schrittweise Einführung der Karte seien, lägen ab dem zweiten Quartal 2008 vor. Die Ausgabe könne dann schrittweise beginnen. Auf einen genauen Zeitplan will sich das Ministerium aber nicht festlegen. «Wir haben immer gesagt, die Umsetzung eines solchen wegweisenden Projektes kann nur schrittweise erfolgen. Dabei geht Qualität vor Schnelligkeit. Das Wichtigste ist, dass die Karte sicher ist.» Ein Bündnis aus Datenschützern, Patienten- und Ärzteverbänden sieht jedoch bereits in der Offline-Variante der EGK einen «weiteren Baustein zum gläsernen Bürger». Es gebe keinen sicheren Datenschutz, kritisiert der Verband Freie Ärzteschaft, der eine zentrale Speicherung und Verarbeitung intimer Patientendaten durch Kassen und Versicherungen ablehnt. (gm)

 

06.03.2008 l PZ