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Tod nach HPV-Impfung: Behörden ermitteln weiter

 

Der ungeklärte Tod zweier junger Frauen nach der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs lässt sich nach Behördenauskunft bislang nicht ursächlich mit der Gardasil-Impfung in Verbindung bringen. Eine 17-Jährige aus Deutschland und eine 19-jährige Österreicherin waren aus ungeklärter Ursache gestorben, kurz nachdem sie geimpft worden waren. Das deutsche Bundesamt für Sera und Impfstoffe sowie die Europäische Arzneimittelagentur EMEA betonten in Stellungnahmen, es gebe bislang keinerlei Belege für einen Zusammenhang. Die Untersuchung sei allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen, Gewebeanalysen der Schilddrüse der 17-Jährigen stünden noch aus, hieß es beim Bundesamt in Langen. Weder das Amt noch die EMEA sahen jedoch einen Anlass, die Sicherheit der Impfung neu zu bewerten. «Der Impfstoff ist an insgesamt 20.000 Frauen in verschiedenen Studien weltweit getestet worden», sagte die Sprecherin des Bundesamts, Susanne Stöcker. Die EMEA betonte, in Europa hätten bislang schätzungsweise 1,5 Millionen Patientinnen den Impfstoff Gardasil bekommen. Berichte über mögliche Nebenwirkungen würden kontinuierlich gesammelt und geprüft, sagte Stöcker. Unklare plötzliche Todesfälle könnten in jedem Lebensalter auftreten. In der Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen seien im Jahr 2006 laut deutscher Todesursachenstatistik 22 junge Frauen gestorben, bei denen die Todesursache unklar war. In dieser Altersgruppe gibt es 2,3 Millionen Frauen in Deutschland. Bei der Impfung eines großen Teils dieser Bevölkerung sei daher schon rein zufällig mit derartigen Todesfällen zu rechnen, die sich kurz nach einer Impfung ereignen. Allein in Deutschland und Österreich sei von etwa 700.000 geimpften Patientinnen auszugehen.

 

01.02.2008 l dpa