| Jennifer Evans |
| 13.01.2026 11:00 Uhr |
Nicht jedes Arzt-Patienten-Gespräch läuft rund. Wie eine Studie zeigt, sind schwierige Begegnungen nicht so selten. / © IMAGO/imagebroker
Rund 17 Prozent ihrer Patientinnen und Patienten stufen Medizinerinnen und Mediziner, die in nicht psychiatrischen Einrichtungen tätig sind, als schwierig ein. Das zeigt die Auswertung von 45 Studien, die im Fachjournal »Annals of Internal Medicine« publiziert ist und über die das Nachrichtenportal »Newswise« berichtet.
Die Forschenden wollten verstehen, wie oft solche Situationen auftreten und welche Faktoren Einfluss haben. Schwierige Patientinnen und Patienten leiden demzufolge häufiger unter psychischen Störungen oder chronischen Schmerzen. Besonders Menschen mit Depressionen, Angstzuständen, Substanzmissbrauch oder Persönlichkeitsstörungen tauchten öfter in dieser Gruppe auf.
Insgesamt meldeten laut »Newswise« Ärztinnen und Ärzte mit wenig Berufserfahrung mehr Probleme oder sprachen von belastenden Gesprächen. Auch Burn-out und Arbeitszufriedenheit des medizinischen Personals spielt laut der Studie eine Rolle. Zudem gingen Patientinnen und Patienten aus schwierigen Begegnungen öfter mit unerfüllten Erwartungen nach Hause.
Nach Ansicht des Autorenteams gelte es nun, insbesondere Ärztinnen und Ärzte, die nicht im psychiatrischen Bereich arbeiten und daher nicht dauerhaft mit herausfordernden Gesprächssituationen zu tun haben, bereits in der Ausbildung besser auf solche Situationen vorzubereiten. Ziel müsse es sein, die Begegnungen für beide Seiten produktiver und positiver zu gestalten. Schließlich gelte es, die Versorgung zu stärken – und nicht bestimmte Menschen zu meiden.