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Von Grippe bis Chikungunya
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G-BA setzt neue Impfempfehlungen um

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat mehrere Empfehlungen der Ständigen Impfkommission umgesetzt. Dies betrifft die Impfungen gegen saisonale Grippe, Mpox, Chikungunya und Covid-19.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 08.09.2025  10:00 Uhr

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 4. September mehrere Änderungen der Schutzimpfungs-Richtlinie beschlossen. Eine davon betrifft die Impfung gegen saisonale Grippe. Sie weitet den Kreis der Personen mit Anspruch auf eine Grippeschutzimpfung aus. Hintergrund ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom Juli, die auf die weltweit starke Ausbreitung hochpathogener H5Nx-Viren unter Geflügel, Wasservögeln und anderen Wildvögeln sowie auf die vermehrten Nachweise bei verschiedenen Säugetierarten reagierte.

Künftig sollen daher nicht nur Risikogruppen mit Vorerkrankungen oder Beschäftigte im Gesundheitswesen besonders geschützt werden, sondern auch Menschen, die privat oder beruflich häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben haben. Dies betrifft etwa Beschäftigte in Nutztierhaltungen, Zoos, Tierheimen, Tierarztpraxen oder Schlachthöfen – ebenso wie Auszubildende, Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten oder ehrenamtlich Tätige. Für diese Personengruppen empfiehlt die STIKO künftig eine jährliche Impfung im Herbst oder Winter mit einem inaktivierten Influenza-Impfstoff. Die Änderungen treten am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Ebenfalls umgesetzt hat der G-BA eine STIKO-Empfehlung, die die Indikationsimpfung und die postexpositionelle Impfung zum Schutz vor Mpox betrifft. Demnach können in Zukunft auch Personen ab zwölf Jahren (bisher ab 18 Jahre) geimpft werden, da der Mpox-Impfstoff Imvanex seit 2024 für Personen ab zwölf Jahren zugelassen ist. Die aktuelle Indikationsimpfempfehlung, die bisher auf Männer, die Sex mit Männern haben, begrenzt war, wurde so angepasst, dass sie möglichst alle Gruppen mit erhöhtem Risiko umfasst, wie trans- und nicht-binäre Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln, sowie Sexarbeitende.

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