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Ein Leben ohne Spucke

TITEL

 

Mundtrockenheit

Ein Leben ohne Spucke

von Sabine Schellerer, München

Jeder Mensch weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Mund trocken ist und die Zunge klebt. Ein Schluck Wasser, und vorbei ist der lästige Spuk. Lassen dagegen Krankheit und Alter den Speichelfluss versiegen, kann das Leben zur Hölle werden. Effektive Behandlungsstrategien der Mundtrockenheit sind rar – besonders, wenn Noxen das Drüsengewebe zerstört haben.

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Lässt der Anblick einer reich bestückten Patisserie-Auslage nicht jedem das Wasser im Mund zusammenfließen? 600 bis 700 ml, in Hochphasen sogar bis zu zwei Liter produzieren die drei großen und die vielen kleinen Speicheldrüsen pro Tag und sorgen so dafür, dass der Mund nicht austrocknet.

Überwiegend dünnflüssiges, fermentreiches Sekret scheidet die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) aus. Der Mensch besitzt zwei dieser Drüsen, die jeweils vor dem Ohr über dem Kiefergelenk lokalisiert sind und an die 20 bis 30 Gramm wiegen. Ein schleimig-dünnflüssiges Stoffgemisch sondern die beiden etwa mandelgroßen, 10 bis 15 Gramm schweren Unterkieferspeicheldrüsen (Glandula submandibularis) ab, die am Unterkieferwinkel im Mundboden sitzen. Eher zäh mit einem hohen Anteil an Glykosaminoglykanen ist dagegen der Speichel, den die beiden nur fünf Gramm leichten Unterzungendrüsen (Glandula sublingualis) hervorbringen. Die zahlreichen, stecknadelkopfgroßen Drüsen im Gaumen, Rachen, in den Wangen und Lippen produzieren einen schleimig-dünnflüssigen Saft (1).

Die Speicheldrüsen sezernieren ihr Sekret in zwei Stufen. Das kostbare Produkt ist leicht alkalisch und hypoton, wobei die Osmolarität schwankt - je nachdem, wie lange die Lösung braucht, um die Ausführungsgänge der Drüsen zu passieren. Speichel besteht zu 99 Prozent aus Wasser, in dem sich Natrium, Kalium, Calcium, Bicarbonat, Chlorid, Phosphat und Spuren von Fluorid, Rhodanid, Bromid, Jodid, aber auch Eisen, Kupfer, Zink, Selen, Blei und Nitrate tummeln, außerdem Enzyme, Wachstumsfaktoren und Immunglobuline (2). Dank des Makromoleküls Mucin haftet Speichel optimal an Zähnen und Schleimhaut.

 

Glossar
  • Mukositis: Schleimhautentzündung
  • Sialagoga: die Speichelsekretion fördernde Mittel, zum Beispiel Pilocarpin
  • Sial(o)adenitis: Speicheldrüsenentzündung
  • Sialose: Störungen der Absonderung aller Speicheldrüsen, vor allem der Ohr- und Unterkieferspeicheldrüsen; nicht entzündliche Stoffwechsel- und Sekretionsstörung mit schmerzlosen wiederholten Schwellungen dieser Drüsen
  • Stomatitis: Entzündung der Mundschleimhaut
  • Xerostomie: Trockenheit der Mundschleimhaut bei mangelnder Speichelsekretion, zum Beispiel bei Atropin-Medikation, allgemeiner Dehydratation, Sjögren-Syndrom oder im Alter

 

Wenn nicht gerade ein leckeres Mahl den Appetit anregt, befeuchtet ein verhältnismäßig zähes Basalsekret die Mundhöhle. Dringt jedoch ein verlockender Duft in die Nase oder regt ein ansprechendes, insbesondere saures Aroma die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge und im Gaumen an, gibt es für die Speicheldrüsen kein Halten mehr. Reflexartig sondern sie reichlich wässrigen Saft ab. Dabei gilt: Je trockener der Bissen, umso dünnflüssiger muss das Sekret sein. Oft genügt der bloße Gedanke an die Lieblingsspeise, um die Drüsen zur Hochform auflaufen zu lassen – ein Reflex, den der Mensch im Laufe seines Lebens lernt (3). Daneben kurbelt ausgiebiges Kauen den Speichelfluss an.

Ob viel oder wenig Spucke Mund und Rachen umspült, bestimmt das vegetative Nervensystem. Spezielle Zentren in der Medulla oblongata regulieren das Tauziehen zwischen adrenergen und cholinergen Fasern (4). Während der Parasympathikus über Acetylcholin den Speichelfluss auf bestimmte Reize hin anschwellen lässt, drosselt eine Sympathikusaktivierung die Sekretproduktion und lässt eine viskösere Flüssigkeit vornehmlich aus der Unterzungendrüse quellen (3).

Multitalent Speichel

Speichel sorgt dafür, dass die Speisen beim Kauen schneller einweichen und das Essen nicht im Hals stecken bleibt. Mucine schmieren dabei sperrige Bissen und machen sie gleitfähig und geschmeidig. Außerdem löst Speichel Geschmacksstoffe auf, so dass die Rezeptoren auf Zunge und Gaumen die Reize eines wohlschmeckenden Mahls wahrnehmen können.

Das kostbare Nass pflegt zudem die Mundhöhle, indem es die Schleimhäute anfeuchtet und mit einem feinen Schutzfilm überzieht. Lysozym, Immunglobulin A und Peroxidase halten schädliche Eindringlinge in Schach und verhindern, dass Krankheitserreger in dem feuchtwarmen Klima wuchern. Fluorid regeneriert laufend den Zahnschmelz. Bicarbonat gewährleistet einen optimalen pH-Wert von etwa 7,8 und neutralisiert Schmelz fressende Säuren. Das feuchte Milieu der Mundhöhle gewährleistet zudem, dass Lippen und Zunge beweglich bleiben und der Mensch verständlich sprechen kann. Einem Säugling dient Speichel dazu, beim Saugen an der Brustwarze die Lippen abzudichten.

Bereits während des Kauens beginnt die a-Amylase (Ptyalin) des Speichels, Kohlenhydrate aus der Nahrung aufzuspalten. Außerdem hält das Enzym die Mundhöhle sauber, weil es Lebensmittelreste, die zwischen den Zähnen kleben, zersetzt. Von der Lipase im Speichel profitieren besonders Babys. Denn das Enzym, das sie zusammen mit der Milch schlucken, hilft ihnen, die fettreiche Flüssigkeit rascher zu verdauen. Auch wenn es um die Liebe geht, ist Speichel unentbehrlich. Seine anregenden Sexuallockstoffe bringen beim Küssen das Blut in Wallung (1 - 4, 7).

Warum der Speichelstrom versiegt

Physiologischerweise bleibt allen Menschen die Spucke weg, wenn der Sympathikus beispielsweise in Stresssituationen die Oberhand gewinnt. Angst oder Nervosität bremsen ebenfalls den Speichelfluss. Nachts arbeiten die Speicheldrüsen automatisch auf Sparflamme, so dass morgens Mundtrockenheit (Xerostomie) und Mundgeruch zum Zähneputzen zwingen. Überdies macht trockene Luft, beispielsweise im Flugzeug, der Schleimhaut zu schaffen.

Ferner signalisiert Mundtrockenheit Durst. Wer zu wenig trinkt, wird mit einer klebrigen Zunge bestraft. Denn die Speicheldrüsen brauchen Flüssigkeit, um optimal arbeiten zu können. Kaufaule Menschen quetschen ihre Drüsen während des Essens nicht genügend aus und müssen relativ trockene Bissen schlucken. Über einen trockenen Mund klagen auch starke Raucher und Alkoholiker. Den Konsum von Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Opiaten, aber auch von Nachtschattengewächsen wie Tollkirsche, Stechapfel, Engelstrompete, Bilsenkraut und Alraune ahndet der Organismus mit einem trockenen Mund.

Zahlreiche Krankheiten und Störungen lassen den Speichelstrom versiegen (Tabelle 1) (21). So können sich beispielsweise die zentralen Steuerungsmechanismen der Speichelproduktion in den Drüsen krankhaft verändern. Bei den Sialosen sind Stoffwechsel- und Sekretionsstörungen des Drüsenparenchyms für die Qual im Mund verantwortlich. Vermutlich liegen hier Läsionen der vegetativen Nerven zugrunde (21). Manchmal obstruieren oder vernarben die Ausführungsgänge. Auch verletzte oder entzündete Speicheldrüsen produzieren nicht mehr genügend Sekret. Sinusitiden, aber auch Atemaussetzer in der Nacht zwingen die Betroffenen, durch den Mund zu schnaufen und trocknen somit aus.

 

Tabelle 1: Wichtige Krankheiten und Störungen, die den Speichelfluss einschränken können

Organsystem Beispiele Störungen des Immunsystems Autoimmunerkrankungen, HIV Gastrointestinaltrakt Durchfall, Erbrechen (Emesis bei Anorexia nervosa), Refluxerkrankungen Leber, Bauchspeicheldrüse Leberzirrhose, Chronische Pankreatitis Herz-Kreislauf-Erkrankungen Koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck Nervensystem Cerebrovaskuläre Erkrankungen, Apoplex (Schlaganfall), Morbus Parkinson, Polyneuritiden, Depressionen, Panikstörungen Hormonsystem Diabetes, Nebennierenrindenerkrankungen, Klimakterium Ernährungsstörungen Fehlernährung, Avitaminosen Infektionskrankheiten Mumps

 

Viele Arzneistoffe greifen in die physiologische Steuerung der Speicheldrüsen ein (Tabelle 2) (9, 17, 18). So verhindern Anticholinergika und Arzneistoffe mit anticholinergen Nebeneffekten, dass Acetylcholin Reize über parasympathische Nervenfasern weiterleitet. In analoger Weise bremsen Sympathomimetika die Sekretion. Zudem lassen zahlreiche Arzneimittel den Mund austrocknen, ohne dass sie direkt am vegetativen Nervensystem angreifen. Hier sind andere, beispielsweise histaminerge Rezeptorsysteme im Spiel. Diuretika führen zu einer Elektrolytverschiebung im Organismus, was sich unmittelbar auf den Wasserhaushalt im Körper und damit auf die Speichelproduktion auswirkt (17). Wenn NSAR die Prostaglandinsynthese hemmen, verändert sich die Wasser- und Elektrolytretention im Körper.

 

Tabelle 2: Medikamente, die häufig Mundtrockenheit auslösen (Auswahl nach 18)

Wirkstoffgruppe Beispiele Antihistaminika Diphenhydramin, Meclozin, Doxylamin, Dexchlorpheniramin, Dimetinden, Astemizol, Clemastin Mittel zum Abnehmen Fenfluramin, Sibutramin, Orlistat Analgetika, Antirheumatika Ibuprofen, Naproxen, Rofecoxib, Valdecoxib, Piroxicam Opioide Morphin, Codein, Methadon, Fentanyl Antiarrhythmika Flecainid, Mexiletin, Ajmalin, Disopyramid Antiasthmatika Glucocorticoide wie Beclomethason und Fluticason-17-propionat Antidepressiva Moclobemid, Trizyklika wie Amitryptilin, Reboxetin, Johanniskraut Spasmolytika, Anticholinergika Butylscopolamin, Oxybutynin, Atropin, Scopolamin, Pirenzepin Antiepileptika Carbamazepin, Vigabatrin Antihypertonika Clonidin, Betablocker wie Metoprolol, Reserpin, Calciumantagonisten wie Nifedipin und Verapamil, Moxonidin, Flunarizin, Lisinopril Antiparkinson-Medikamente Entacapon, Biperiden, Bromocriptin Antibiotika, Antiinfektiva Penicillin, Ertapenem, Amantadin Dermatika Acitretin, Isotretinoin Diuretika Hydrochlorothiazid, Chlorthalidon, Furosemid, Azosemid Hypnotika/Sedativa Benzodiazepine wie Clonazepam und Flunitrazepam, Zopiclon Lipidsenker Statine wie Lovastatin, Gemfibrozil Magen-Darm-Mittel Omeprazol, Famotidin, Sucralfat, Loperamid Muskelrelaxantien Baclofen, Tizanidin Neuroleptika Phenothiazine wie Promethazin, Thioridazin und Perazin, Thioxanthene wie Chlorprothixen, Atypika wie Sulpirid, Ziprasidon 5-HT1-Rezeptorantagonisten Tritpane wie Eletriptan Sekretolytika Ambroxol Vitamine Calcitriol

 

Wie stark die Mundschleimhaut austrocknet, hängt ab von Häufigkeit und Dosierung einer Arznei, außerdem vom Alter und Flüssigkeitsstatus der Patienten. Wenn die Kranken mehrere Medikamente gleichzeitig schlucken müssen, machen ihnen die Beschwerden besonders häufig zu schaffen.

Beim Sjögren-Syndrom (16) geht die Mundtrockenheit auf eine schwere Autoimmunerkrankung zurück. Frauen trifft es neunmal häufiger als Männer. Die Pein manifestiert sich als eigenständige Erkrankung (primäres Sjögren-Syndrom) oder im Rahmen anderer Immunstörungen wie einer rheumatoiden Arthritis oder eines Lupus erythematodes (sekundäres Sjögren-Syndrom). Lang andauernde, entzündliche Reize lassen allmählich gesundes Speichel- und Tränendrüsengewebe schwinden. Schließlich bauen sich minderwertige Zellen auf, die nur wenig Sekret produzieren. In der Folge trocknen Mund und Augen aus, später auch die Schleimhaut an Geschlechtsorganen und Atemwegen. Die Speicheldrüsen schwellen beträchtlich an. Oft sind nicht allein die Drüsen betroffen. Beim extraglandulären Verlauf schwächen zusätzlich Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Fieber, aber auch Arthralgien oder Arthritis den Kranken.

Im Alter bleibt der Mund trocken

Schätzungen zufolge muss sich beinahe jeder zweite alte Mensch mit dem lästigen Symptom herumschlagen. Denn die natürliche Alterung macht vor den Speicheldrüsen nicht halt. Post-mortem-Studien haben ergeben, dass im Alter nach und nach Fett, Bindegewebszellen und große Drüsenepithelzellen das gesunde Parenchym der Speicheldrüsen verdrängen.

Allerdings stecken bei Senioren oft weniger die physiologischen Veränderungen der Drüsen als ein allgemeiner Flüssigkeitsmangel hinter der Trockenheit im Mund (21). Denn ältere Herrschaften trinken häufig viel zu wenig, und viele müssen eine Reihe von Arzneimitteln schlucken. So leidet der pflegebedürftige, multimorbide, ältere Patient durchschnittlich an bis zu sechs Erkrankungen. Jeden Vierten über 65 quälen psychische Erkrankungen, die eine Medikation mit Psychopharmaka erfordern.

Eine nachlassende Motorik bereitet vielen betagten Menschen Schwierigkeiten bei der täglichen Mundpflege. Häufig lässt das Interesse an der Körperpflege nach, manchen fehlt einfach die Kraft. Das Pflegepersonal in Heimen ist deshalb angehalten, Mundtrockenheit bei den betagten Schützlingen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und die Mundhöhlen regelmäßig gründlich zu inspizieren und zu säubern. Die Pfleger sollten den Sitz von Prothesen sorgfältig kontrollieren, um schmerzhafte Druckstellen zu verhindern und das Zahnfleisch zeitweise massieren. Dass sie die Alten zum ausreichenden Trinken anspornen sollten, versteht sich von selbst (8, 20).

 

Symptome bei Mundtrockenheit Orale Symptome
  • schaumiger, zäher, klebriger Speichel
  • brennende, schmerzende Zunge; entzündete, aufgesprungene Mundschleimhaut; Zahnfleisch- und Zungenbluten; metallischer Geschmack im Mund
  • trockene, eingerissene Lippen
  • Taubheitsgefühl, Schluck-, Sprech- und Geschmacksstörungen
  • Mundgeruch
  • latentes Durstgefühl
  • Prothesenunverträglichkeit mit fehlender Haftfähigkeit und Druckstellen

Extraorale Symptome *

  • trockene Nasenschleimhaut mit Schorfbildung und Nasenbluten
  • Geruchsstörungen
  • Augentrockenheit mit Augenbrennen
  • Trockenheitsgefühl im Hals mit Heiserkeit
  • Hauttrockenheit
  • Verdauungsstörungen mit Sodbrennen, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Brechreiz und Durchfall
  • Miktionsbeschwerden mit verstärktem Harndrang
  • Schlafstörungen

*) Symptome können mit einer Xerostomie assoziiert sein, wenn diese sich im Zusammenhang mit einer systemischen Drüsenfunktionsstörung oder
-strukturschädigung oder einer entsprechenden Grunderkrankung manifestiert (21).

 

Im Strahlenfeuer verbrannt

Mediziner bekommen bösartige Tumoren heute mittels Bestrahlung, Chemotherapie und gegebenenfalls einer Operation in den Griff. Vielen Patienten retten diese Verfahren das Leben, allerdings müssen sie häufig einen hohen Preis bezahlen. Insbesondere bei der Therapie von Krebs im Kopf-Hals-Bereich schlagen Mukositis und Mundtrockenheit zu. Dabei versiegt die Spucke, weil entweder sezernierendes Speicheldrüsengewebe schwindet oder sich die Drüsen entzünden (radiogene Sialadenitis) (25).

Weder Zytostatika noch ionisierende Strahlen machen vor körpereigenen Zellen halt. Anders als die sich schnell teilenden Zellen der Mundschleimhaut, die sich nach etwa sechs Monaten erholen, bleiben die Speicheldrüsen nach einer Bestrahlung mit hohen Dosen über 40 Gy zeitlebens geschädigt (7). Besonders empfindlich reagiert das Gewebe der großen Glandula parotis. Weil das Ausmaß einer Radio-Xerostomie von der Strahlendosis und der Anzahl der direkt bestrahlten Drüsen abhängt, streben die Spezialisten danach, die Radiotherapie möglichst schonend zu gestalten (14).

Einen Fortschritt bringt vor allem die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT). Es handelt sich um eine technisch hoch komplexe Variante, bei der sich die Konturen des Bestrahlungsfeldes während der Behandlung in berechneter Weise verändern und beinahe exakt an die Tumorform anpassen.

Medikamente wie Amifostin können schwere Schäden durch Strahlen und Zytostatika von gesundem Gewebe abwenden (13, 15). Forscher entwickelten die Substanz während des Kalten Krieges. Damals fahndeten amerikanische Wissenschaftler nach einer Verbindung, die vor schädlichen Strahlen schützt. Amifostin (zum Beispiel Ethyol®) wird in vivo von der alkalischen Phosphatase in seinen aktiven Metaboliten, ein Aminothiol, umgewandelt. Schließlich entstehen verschiedene gemischte Disulfide und Sulfite mit zahlreichen hoch reaktiven Sulfhydrylgruppen. Thiole binden aggressive Sauerstoffradikale und stellen Wasserstoff bereit, den die Zelle nutzt, um angeschlagene Moleküle zu reparieren. Fachleute nehmen darüber hinaus an, dass Amifostin für eine zelluläre Hypoxie sorgt, die die Sensibilität gegenüber Strahlen herabsetzt. Außerdem schützt es die DNA vor Einzel- und Doppelstrangbrüchen und bindet die aktiven Metaboliten alkylierender Substanzen.

Der Wirkstoff reichert sich in einer gesunden (Speicheldrüsen-) Zelle bis zu 100fach höher an als in der entarteten Geschwulst. Scheinbar bietet die Krebszelle mit ihrem sauren pH-Wert dem Wirkstoff kein ideales Milieu. Außerdem verfügt eine Tumorzelle über weniger und weniger aktive alkalische Phosphatase als die normale Körperzelle. Krebspatienten benötigen 15 bis 30 Minuten vor der Bestrahlung 200 mg/m2 Wirkstoff pro Fraktion von 2 Gy. Die Spezialisten verabreichen die Verbindung als Bolus über drei Minuten.

Eine ganz andere Methode, die empfindliches Speicheldrüsengewebe vor Schäden durch ionisierende Strahlen bewahrt, ist die Transplantation der Speicheldrüsen heraus aus dem Bestrahlungsfeld (12).

Verkanntes Leiden

Mundtrockenheit ist für viele Betroffene ein echtes Problem, das die Lebensqualität erheblich mindert und zum Teil schwere Komplikationen nach sich zieht (16). Die Patienten schmecken nichts und gewinnen leckeren Speisen keine erfreuliche Note mehr ab. Weil es an Speichel mangelt, der trockene Bissen einweicht und schluckfähig macht, wird Essen zur Qual. Das Resultat: Nahrungsverweigerung und Unterernährung, die zu schweren Mangelerscheinungen führen kann. Auch der tägliche Griff zur Tablette kostet Überwindung. Denn ohne Spucke fällt das Herunterschlucken einer Pille schwer.

Soziale Probleme und Einsamkeit sind programmiert, denn viele Patienten mit Xerostomie ziehen sich mehr und mehr zurück. Eine trockene, unbewegliche Zunge und klebrige Lippen lassen die Betroffenen nur unter größter Mühe unverständliche Worte stammeln. Viele schämen sich, ihren Mund zu öffnen und ihrem Gegenüber einen fauligen Geruch ins Gesicht zu blasen. Denn auf der ausgetrockneten Schleimhaut siedeln massenhaft Bakterien. Einige Mikroben produzieren schwefelhaltige Stoffwechselprodukte, die für schlechten Atem sorgen.

Weil der schützende Film fehlt, bereiten schwere Stomatitiden den Patienten unerträgliche Qualen. Ein trockener Mund begünstigt auch schmerzhafte Speicheldrüsenentzündungen und wirkt als Eintrittspforte für Viren und Bakterien.

Auch Zähne und Zahnfleisch leiden unter der Xerostomie. Ohne ihren physiologischen Schutzschild steht die Mundhöhle den ungebetenen Gästen beinahe ohnmächtig gegenüber: Es fehlt Fluorid, das den Schmelz härtet; kein Bicarbonat entkräftet aggressive Säuren; keine Immunglobuline machen Erreger unschädlich. Streptococcus-mutans-Bakterien nagen ungestraft den Zahnschmelz an, Actinobazillen machen sich am Zahnfleisch zu schaffen, und Candida albicans übersät die Mundhöhle mit weißen Stippchen.

Nur wer regelmäßig Plaque entfernt und das gereizte Zahnfleisch fachgerecht pflegt, kann seine Beißer auch bei Mundtrockenheit zumindest einigermaßen funktionsfähig erhalten. Eine konsequente und gewissenhafte Mundpflege mit Zahnseide, Munddusche und einer weichen Bürste wendet das Schlimmste ab. Nicht zu vergessen: regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen. Er entfernt den Belag in einer professionellen Zahnreinigung auch an unzugänglichen Stellen. Täglich sollte der Mund mit einer fluoridhaltigen Lösung gespült werden.

Damit wieder Spucke fließt

Wenn ständig klebriger Speichel und ausgetrocknete Schleimhäute quälen, ist es höchste Zeit für den Arztbesuch. Mittels einer genauen Anamnese prüft der Arzt, ob eine ernsthafte Grunderkrankung oder Mangelerscheinungen hinter den Beschwerden stecken. Hier interessieren unter anderem Ernährungsgewohnheiten wie Koffein-, Nikotin- oder Alkoholkonsum, Trinkverhalten, chronische Mundatmung, Erkrankungen der Mundhöhle, Hinweise auf Speichelsteine oder Speicheldrüsentumore, Bestrahlungen, Medikamentenverbrauch, Beschwerden der Nasennebenhöhlen und des Magen-Darmtrakts, aber auch Augenleiden und Augenbrennen.

Durch eine Speichelflussmessung kann der Arzt einschätzen, wie schlimm es um seinen Patienten steht. Fließt in Ruhe weniger als 0,1 ml Speichel pro Minute und nach Stimulation weniger als 0,5 ml pro Minute, so leidet der Patient unter Xerostomie (22). Unumgänglich sind zudem die genaue Inspektion und Palpation der Mundhöhle und der Speicheldrüsen. Bildgebende Verfahren wie Sialographie, Szintigraphie, Sonographie und Kernspintomographie erlauben einen genauen Blick auf den Zustand der Drüsen und der Ausführungsgänge (3). Im Labor werden Blutsenkungsgeschwindigkeit, Immunglobuline und Rheumafaktoren bestimmt. Bei Verdacht auf ein Sjögren-Syndrom schließt sich eine Schleimhautbiopsie an. Außerdem nimmt der Doktor die Tränendrüsen unter die Lupe (Schirmer Test) und fahndet nach Autoantikörpern im Blut (7).

Eine behandelbare Grunderkrankung wird man entsprechend therapieren (6). Stecken Medikamente hinter der Mundtrockenheit, lohnt es sich zu prüfen, ob sich das Präparat nicht durch eine gleichwertige Arznei ersetzen lässt. So wirkt Trospiumchlorid bei Reizblase ähnlich gut wie Oxybutynin, ohne die Patienten so stark auszutrocknen. Unter Umständen hilft es, die Dosis zu reduzieren oder eine Polymedikation einzuschränken.

Manchmal reichen schon einfache Maßnahmen, um die trockene Mundschleimhaut wieder zu befeuchten. Bei funktionstüchtigem Rest-Speicheldrüsengewebe kann der Patient beispielsweise durch kräftiges Kauen von Kaugummi versuchen, die Drüsen zu reaktivieren und zur Sekretion anzuregen (6).

In besonders schweren Fällen von Xerostomie, beispielsweise nach einer Bestrahlung oder bei einem Sjögren-Syndrom, regen Pilocarpin(hydrochlorid) (zum Beispiel Salagen®) und Anetholtrithion (in Deutschland nicht im Handel; in Frankreich und der Schweiz als Sulfarlem® erhältlich) den Sekretfluss an. Letztgenanntes soll auch die Zahl der Acetylcholinrezeptoren im Speicheldrüsengewebe erhöhen. Menschen mit unkontrollierten Herz-Kreislauferkrankungen, Asthma oder Engwinkelglaukom müssen die Finger von Pilocarpin lassen. Bei schwerer Leberschädigung oder Verletzungen der Gallenwege eignet sich Anetholtrithion nicht. Der Wirkstoff färbt übrigens den Urin gelb. Positive Erfahrungen machten Mediziner überdies mit Bromhexin, Nikotinamid, Troxerutin-Cumarin und adrenergen Arzneistoffen (5, 11, 22).

Kunstspeichel aus dem Labor

Sprechen die Speicheldrüsen nicht mehr auf eine mechanische Stimulation oder Sialagoga an, muss die Mundschleimhaut regelmäßig von außen befeuchtet werden (Tabelle 3). Insbesondere sollten die Patienten tagsüber viel und regelmäßig trinken. Ein Raumbefeuchter zaubert ein gesundes Klima ins Zimmer – vor allem im Winter, wenn permanent die Heizung läuft. Lutschtabletten mit Natriumchlorid und Natriumbicarbonat sorgen über eine osmotische Wirkung und den mechanischen Lutscheffekt für ausreichend Feuchtigkeit im Mund. Bicarbonat hält darüber hinaus den pH-Wert schwach basisch.

 

Tabelle 3: Tipps und Abhilfe

Tipp

Bemerkung viel trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag) stilles, fluoridhaltiges Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee, zwischendurch schluckweise Buttermilch
Achtung: Stark säurehaltige Getränke schädigen den Zahnschmelz!
Vorsicht mit Zucker! regelmäßige Mundspülungen Wasser oder Tee (Hagebutten- oder Malventee; Schwarzer und Grüner Tee enthalten Fluorid!), Bouillon,
Salzlösungen wirken günstig auf das Flimmerepithel
Lösung mit Dexpanthenol, Salbei oder Arnika
Achtung: Kamillentee/-extrakt trocknet aus lutschen zuckerfreie Bonbons, eventuell mit Anis, Fenchel, Salbei
Eiswürfel aus Fruchtsäften, Tonic-Wasser, Joghurt
Weingummis bei geschädigter Mundschleimhaut
Zwetschgensteine, Olivenkerne kauen zuckerfreie Kaugummis (Xylit schädigt den Stoffwechsel von Plaquebakterien), möglichst mit einem zitrischen Geschmack
Karotten, Selleriewurzel, Aniskörner, Gewürznelken Lippen regelmäßig einfetten mit Dexpanthenol oder Vaseline Ernährung anpassen keine harte, trockene Nahrung essen
weiche, feuchte Speisen bevorzugen (Cremes, Gerichte mit viel Soße, Geschmortes)
Vitamin-A-reiche Kost während einer Strahlentherapie (Tomatensaft, Karottensaft, Rote-Bete-Saft) schützt die Schleimhaut Xeinige Tropfen Öl nehmen Fertigsäften die Schärfe und machen die Drinks gleitfähiger
Rahm oder Mascarpone auf die Zunge verhindert, dass noch mehr Wasser verdunstet und die Schleimhaut weiter austrocknet
Achtung vor Lebensmitteln mit verstecktem Zucker (Zucker macht Speichel zäh, fördert Karies) auf feuchte Raumluft achten Luftbefeuchter, feuchte Tücher, Schüssel mit Wasser
Aromalampen mit Zitronenduft regen Speichelproduktion an regelmäßige Mundpflege Mundhöhle mehrmals täglich mit Wattestäbchen, Zellstofftuch oder Gazepad auswischen
Watte oder Tuch eventuell mit Salbeiextrakt anfeuchten Homöopathie Natrium sulfuricum D6 oder D8 kombiniert mit Natrium chloratum D6 oder D8; 4 bis 6 Wochen lang 3 mal 15 Tropfen täglich

 

Speichelersatzmittel befeuchten die Mundschleimhaut und überziehen sie mit einem schützenden Film. Meistens enthält künstlicher Speichel einen Gel- beziehungsweise Schleimbildner wie Carmellose (Carboxymethylcellulose; zum Beispiel in Glandosane®) oder tierisches Mucin (zum Beispiel in Saliva medac®), daneben Kalium-, Natrium-, Magnesium- oder Calciumsalze, die die Sekretion stimulieren und die Schleimhaut feucht halten sollen. Als viel versprechend gilt der Therapieansatz mit Mundpflegepräparaten, die Lysozym und andere Enzyme enthalten (23). Apotheker, die künstlichen Speichel selbst zusammenmischen wollen, finden eine Vorschrift im NRF.

Weil Speichelersatzpräparate mit einem schwach sauren pH-Wert den Zahnschmelz demineralisieren, fordern Fachleute, dass perfekte Kunstspucke mit Calcium-, Phosphat- und/oder Fluoridionen angereichert sein, ein neutrales Milieu bieten und Zähne und Zahnfleisch anhaltend benetzen soll (10). Derzeit versuchen Wissenschafter, den physiologischen Saft im Labor nachzubilden.

Neue Hoffnung für Xerostomie-Patienten weckt die Genforschung (22). Mit gentechnologischen Verfahren könnte es in ferner Zukunft gelingen, geschädigte Speicheldrüsen auf direktem Weg wieder zur Hochform auflaufen zu lassen.

Irreversible Schäden verhindern

Dank des Speichels aus den drei großen und den zahlreichen kleinen Drüsen kann der Mensch essen und sprechen. Der wertvolle Saft spült schädliche Mikroben weg und gewährleistet, dass ein aromatisches Mahl tatsächlich schmeckt. Wie schwer das Leben ohne diesen Alleskönner fällt, merken Betroffene erst, wenn der selbstverständliche Strom im Mund versiegt. Die Behandlung einer Xerostomie ist in der Regel palliativ, verhindert allerdings, dass der Mangel an Spucke irreversiblen Schaden anrichtet (19). Welche Therapie geeignet ist, richtet sich im Wesentlichen nach der Ursache. Oft helfen bereits einfache Tricks, um Mund und Rachen wieder anzufeuchten.

 

Literatur

  1. Berghaus, A., et al., Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Hippokrates Verlag, Stuttgart 1996.
  2. Klinke, R., Silbernagel, R., Lehrbuch der Physiologie. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York 1994.
  3. Bartels, R., Bartels, H., Physiologie. 6. Aufl., Urban und Schwarzenberg München, Wien, Baltimore 1998.
  4. Solenhagen, K., Physiologie. Urban und Schwarzenberg, München, Wien, Baltimore 1997.
  5. Reiß, M., Reis, S., HNO-Heilkunde. Lehrbuch für Pflegekräfte. 1. Aufl., Verlag W. Kohlhammer Stuttgart, Berlin 2003.
  6. Beck, C., HNO-Therapie. Ferdinand Ecke Verlag Stuttgart 1995.
  7. Boenninghaus, H.-G., Lenarz, T., Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde für Studierende der Medizin. 11. Aufl., Springer Verlag Berlin, Heidelberg, New York 2001.
  8. Nickel, A., et al., Altenpflege, Geriatrie. Dr. Felix Bichner Handwerk und Technik Hamburg 1995.
  9. Schäfer, C., Wenn die Spucke wegbleibt. PZ Prisma 7, Nr. 2 (2000) 102 – 106.
  10. Kielbassa, A. M., Shohadai, S. P., Die Auswirkung von Speichelersatzmitteln auf die Läsionstiefe von demineralisiertem Schmelz. Dtsch. Zahnärztl. Zeitschr. Nr. 12 (1999).
  11. Momm, F., Guttenberger, R., Treatment of Xerostomia following radiotherapy: does age matter. Support. Care Cancer Nr. 10 (2002) 505 – 508.
  12. Seikaly, H., et al., Submandibular gland transfer: a new method of preventing radiation-induced xerostomia. Laryngoscope 111, Nr. 2 (2001) 347 – 352.
  13. Brizel, D. M., et al., Phase III randomized trial of Amifostine as a radioprotector in head and neck cancer. J. Clin. Oncol. Vol 18, Nr. 19 (2000) 3339 – 3345.
  14. Eisbruch, A., et al., Salivary gland sparing and improved target irradiation by conformal and intensity modulated irradiation of head and neck cancer. World J. Surgery Vol. 27, Nr. 7 (2003) 832 – 837.
  15. Metz, G., Amifostin, ein neues Zytoprotektivum. Pharm. Ztg. 142, Nr. 26 (1997) 2180 – 2184. Strand, V., Radioprotektion mit Amifostin. Medizin im Bild 3 (2000) Sonderdruck.
  16. Merkblätter Deutsche Rheuma-Liga Nr. 1.11, Das Sjörgen-Syndrom. Hrsg. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
  17. Wolff, E., Angriff auf das Biotop Mundhöhle. Pharm. Ztg. 147, Nr. 13 (2002) 1046 - 1051.
  18. Mutschler, E., Arzneimittelwirkungen. 8. Aufl., Wiss. Verlagsges. mbH Stuttgart 2001.
  19. Guggenheimer, J., Moore, P. A., Xerostomia: etiology, recognition and treatment. J. Am. Dent. Assoc. 134, Nr. 5 (2003) 548 – 550.
  20. Lehmann, A., et al., Verbesserung der Pflegequalität der Zahn-, Mund- und Prothesenhygiene bei pflegebedürftigen Senioren. Die Berufsbildende Schule (BbSch) 55, Nr 6 (2003) 183 – 188.
  21. Stratmann, U., Mokrys, K., Mundtrockenheit – 1. Teil, Ursachen und Symptomatik. Zahnärztl. Mitteilg. 21 (2000) 62 ff (www.zm-online.de).
  22. Stratmann, U., Mokrys, K., Mundtrockenheit – 2. Teil, Diagnostik und Therapiekonzepte. Zahnärztl. Mitteilg. 22 (2000) 42 ff (www.zm-online.de).
  23. Warde, P., et al., A phase II study of Biotene in the treatment of postradiation xerostomia in patients with head and neck cancer. Support. Care Cancer 8, Nr. 3 (2000) 203 – 208.

 

Die Autorin

Sabine Schellerer studierte in München Pharmazie und erhielt 1993 ihre Approbation. Von 1994 bis 2000 arbeitete sie am Institut für Rechtsmedizin der Universität München an ihrer Promotion und war während dieser Zeit auch in öffentlichen Apotheken tätig. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur Fachzeitschriftenredakteurin sowie Praktika in mehreren Verlagen. Seit Mitte 2002 ist Dr. Schellerer freiberuflich als Wissenschafts- und Medizinjournalistin tätig.

 

Anschrift der Verfasserin:
Dr. Sabine Schellerer
Holzhofstraße 4
81667 München
bastilion@aol.com

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Beitrag erschienen in Ausgabe 48/2003

 

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