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Pigmentflecken kausal bekämpfen

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Rucinol

Pigmentflecken kausal bekämpfen

 

von Bettina Neuse-Schwarz, Bad Arolsen

Ein doppelter Eingriff in die Synthese des körpereigenen Hautfarbstoffs Melanin soll Pigmentstörungen erfolgreich beseitigen. Möglich wird dies durch den neuen Wirkstoff Rucinol, ein synthetisches Molekül, das erstmals die Ursache von Hyperpigmentierungen beseitigt.

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Etwa jeder Vierte leidet unter Pigmentstörungen im Gesicht, an Händen oder Dekolletee. Als Ursachen kommen zahlreiche Faktoren in Betracht:. So zum Beispiel Hormonschwankungen durch Schwangerschaft oder hormonelle Kontrazeptiva, die Einwirkung von UV-Licht oder der normale Alterungsprozess der Haut.

Ursache für die kosmetisch störenden Hyperpigmentierungen ist eine punktuell erhöhte körpereigene Melaninproduktion. Der in Japan über zehn Jahre entwickelte Wirkstoff Rucinol (4-n-butylresorcinol) soll diese an zwei Stellen gezielt unterbrechen, indem er zwei für die Melaninsynthese (Melanogenese) erforderliche Enzyme hemmt: die Tyrosinase und die TRP1. In Folge der Tyrosinasehemmung in einem frühen Stadium der körpereigenen Pigmentproduktion wird die Melaninbildung allgemein gehemmt. Durch die spätere TRP1-Blockade kommt es dann gezielt zu einer Produktionshemmung von schwarzem Melanin; was für die intensivere Färbung der Pigmentflecken verantwortlich ist.

Ergebnis des doppelten Eingriffs in die Hyperpigmentierung ist eine vollständige Entfärbung der Pigmentflecken. Die Wirkung von Rucinol auf die Melaninproduktion soll rund 100-mal stärker sein als die von Hydrochinin und mehr als fünfmal stärker als die von Koji-Säure.

Da die Melaninproduktion während des 28-tägigen Zyklus der Oberhautregeneration erfolgt, werde die Wirkung der Rucinol-Anwendung erst nach rund vier Wochen, das heißt nach Ende eines Hauterneuerungszyklus, sichtbar, heißt es seitens des Herstellers. Erst dann seien alle hyperpigmentierten Hautzellen abgestoßen.

Insgesamt wurden klinische Studien mit 1400 Probanden durchgeführt. Demnach stellten in einer Studie 60,9 Prozent der Patienten eine Besserung ihrer Pigmentstörungen im Lauf des ersten Behandlungsmonats fest. In einer weiteren Untersuchung waren nach eigenen Angaben 97 Prozent der Benutzer nach vier Monaten Anwendung zufrieden. Laut Daten von 1999 beurteilten knapp 84 Prozent der einbezogenen Hautärzte Rucinol als wirksam. Die Hautverträglichkeit wurde sowohl in klinischen Tests als auch in der praktischen Anwendung als gut eingestuft; auch bei empfindlicher Haut.

Aktuelle Studie bei Melasma

Eine aktuelle, doppelblinde Studie belegt die Wirkung von Rucinol bei Frauen mit einer flächendeckenden Hypermelanose im Gesicht (Melasma). Einbezogen waren insgesamt 30 Patientinnen. Bei ihnen wurde über 12 Wochen jeweils eine Gesichtshälfte mit einer Rucinol-Zubereitung behandelt, die andere Gesichtshälfte mit wirkstofffreier Grundlage (Placebo). In den folgenden 12 Wochen wendeten die Patientinnen die Rucinol-Zubereitung im ganzen Gesicht an.

In den ersten drei Monaten nahmen Größe und Farbintensität des Melasmas auf den mit Wirkstoff behandelten Gesichtshälften deutlich stärker ab als unter Placebo. Unter der anschließenden beidseitigen Rucinol-Anwendung wurde die Hyperpigmentierung auch auf der zunächst unbehandelten Gesichtshälfte deutlich kleiner und blasser. Nach weiterer dreimonatiger Behandlung waren die Ergebnisse auf beiden Gesichtshälften gleich gut. Auch unter verstärkter Sonneneinwirkung im zweiten Behandlungszeitraum kam es nicht zu einer Verschlechterung des Melasmas.

Rucinol ist in Deutschland seit Anfang dieses Jahres als Serum und Creme (Iklen®) apothekenexklusiv im Handel. Beide Dermatika sind nicht verschreibungspflichtig. Sie sind als Zwei-Stufen-Programm konzipiert: Zunächst wird das Serum über rund acht Wochen zweimal täglich auf die hyperpigmentierten Stellen aufgetragen; Pigmentflecken sollen dadurch rasch beseitigt werden. In der zweiten Stufe wird die Creme einmal täglich wie eine Tagespflege angewendet; das Wiederauftreten der Pigmentflecken soll so verhindert und neuen Hyperpigmentierungen vorgebeugt werden.

 

© 2005 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de


Beitrag erschienen in Ausgabe 23/2005

 

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