Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Impfmythen
-
Wie Apotheker wirksam aufklären

Impfmythen und Desinformation verunsichern viele Menschen. Wie Apothekenteams mit fundierten Gesprächstechniken dazu beitragen können, Vertrauen zu stärken und Fakten zu vermitteln, erklärte das Paul-Ehrlich-Institut im Gespräch mit der PZ.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 12.03.2026  07:00 Uhr

Mythen und Falschinformationen rund um Impfungen sind kein neues Phänomen. Schon in den 1990er-Jahren kursierten Gerüchte, Impfungen könnten Autismus auslösen. Spätestens seit der Coronapandemie jedoch sind Stimmen, die Desinformation verbreiten, lauter und über soziale Medien deutlich reichweitenstärker geworden. Über gängige Impfmythen und Strategien zur Aufklärung hat die PZ mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gesprochen. Das PEI ist Deutschlands Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel und verantwortlich für deren Zulassung sowie für die Bewertung von Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität.

»Es zeigt sich auch in der kommunikativen Arbeit des Paul-Ehrlich-Instituts, dass sich gesellschaftliche und politische Konfliktlinien hinsichtlich Impfungen verstärkt haben. Dies wird beispielsweise bei Anfragen aus der Öffentlichkeit, Presseanfragen oder Kommentaren zu Posts in sozialen Medien deutlich. Die Debatte über Impfungen ist lauter und emotionaler geworden – sowohl die Zustimmung zu Impfungen als auch die Ablehnung treten deutlicher zutage«, so ein Sprecher des PEI.

Polarisierung durch soziale Medien

Während der Coronapandemie sei das Interesse an komplexen Themen wie Herstellung, Prüfung, Zulassung und Überwachung von Impfstoffen stark gestiegen. »Allerdings verstärken insbesondere soziale Medien Meinungsblasen und Polarisierung, sodass verschwörungstheoretische und impfgegnerische Stimmen dabei überproportional sichtbar werden«, führt das PEI aus.

Im Netz finden sich weiterhin Behauptungen, Impfungen seien unsicher, würden Unfruchtbarkeit oder schwere Langzeitschäden verursachen, das Erbgut verändern oder Allergien und Krebs begünstigen. »Alle diese Mythen sind faktisch falsch und widerlegt«, betont das Institut.

Apotheken als Vertrauensinstanz

»Angehörige der Heilberufe können vor allem durch aufklärende, vertrauensvolle Gespräche und transparente Darstellung von Fakten Menschen bei einer informierten Impfentscheidung unterstützen«, so das PEI. Gerade Apothekerinnen und Apotheker seien aufgrund ihres engen Patientenkontakts und ihrer fachlichen Expertise besonders geeignet, Fakten zu vermitteln, Sorgen auszuräumen und Mythen entkräften.

Wichtig sei dabei, individuelle Ängste ernst zu nehmen. Menschen stünden Impfungen aus sehr unterschiedlichen Gründen skeptisch gegenüber – etwa aus Sorge vor Nebenwirkungen, aus religiösen Motiven, aus Misstrauen gegenüber Institutionen, durch Falschinformationen oder den Glauben an vermeintliche Alternativen.

Mehr von Avoxa