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Astra-Zeneca-Impfstoff

WHO empfiehlt, weiter zu impfen

Das sieht die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC jedoch anders. Sie empfiehlt Ländern, in denen die aus Südafrika stammende Corona-Variante vorherrscht, den Astra-Zeneca-Impfstoff nicht einzusetzen. Die Variante sei in sieben afrikanischen Ländern festgestellt worden, sei aber bislang nur in Südafrika dominant, sagte der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, am Donnerstag.

Allerdings wissen viele Länder nicht unbedingt, welche Variante dort vorherrscht. Vor allem in Südafrikas Nachbarländern müsse es mehr Nachforschung geben, inwiefern die Variante dort zirkuliert, sagte Matshidiso Moeti, die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation. Afrika werde sich dennoch nicht von dem Astra-Zeneca-Impfstoff abwenden, sagte Nkengasong.

Die internationale Covax-Initiative will in den kommenden Wochen mit der Lieferung von AZD1222-Impfdosen an Entwicklungs- und Schwellenländer beginnen. Der Impfstoff war bislang vor allem für Entwicklungsländer die große Hoffnung, unter anderem weil er nicht bei besonders niedrigen Temperaturen gekühlt werden muss und das die Logistik vereinfacht.

WHO geht von Wirksamkeit auch bei älteren Geimpften aus

Der Unabhängige Expertenrat zu Impfungen (SAGE) besteht aus 26 Wissenschaftlern. Er prüft Studien und Angaben zu allen Impfstoffen und gibt dann eine Empfehlung ab, ob und wie diese eingesetzt werden sollen. Für die Covid-19-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gibt es bereits eine Empfehlung. Im Fall von Astra-Zeneca empfahl der Rat (im Gegensatz zur deutschen Ständigen Impfkommission) den Einsatz des Impfstoffs ohne Altersbegrenzung nach oben. Es gebe zwar wenig Daten über die Wirksamkeit bei Menschen über 65, aber auch keinen Hinweis darauf, dass er bei älteren Menschen weniger wirksam sei. Cravioto sagte: «Wir gehen davon aus, dass die Reaktion der älteren Menschen auf den Impfstoff nicht anders ist.» Das sehen jedoch nicht alle Wissenschaftler so.

Die beiden Impfdosen sollten im Abstand von acht bis zwölf Wochen verabreicht werden. O'Brien betonte, dass alle Geimpften – unabhängig davon, welcher Impfstoff ihnen verabreicht wurde – weiterhin alle Corona-Regeln umsetzen müssten, also auch Abstand halten und Maske tragen. Dies sei wichtig, weil man nach einer Impfung zwar selbst ein geringeres Risiko schwerer Krankheitsverläufe habe, andere aber wahrscheinlich weiter anstecken könne. Wobei diesbezüglich für den Astra-Zeneca-Impfstoff als bislang einzigem sogar erste Daten vorliegen, die zeigen, dass die Infektiosität der Geimpften sinkt.

Die WHO hat bislang nur dem Impfstoff von Biontech/Pfizer eine Notfallzulassung erteilt. Das ist Voraussetzung für den Ankauf und Einsatz von Impfstoffen durch UN-Organisationen. Viele Länder, die keine eigenen Kapazitäten zur Beurteilung von Impfstoffen haben, nehmen dies als Grundlage für ihre eigene Entscheidung. In Europa ist die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) für die Prüfung zuständig. Sie berät die EU-Kommission, die über eine Zulassung entscheidet. Sie hat bislang drei Corona-Impfstoffe genehmigt: die von Biontech/Pfizer, Moderna und Astra-Zeneca. Zwei Begutachtungsverfahren laufen noch: Für einen Vektorimpfstoff von Janssen (Johnson & Johnson) sowie einen proteinbasierten Impfstoff von Novavax.

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