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Bionorica

Weiterhin auf Erfolgskurs

Der Phytopharmaka-Hersteller Bionorica wächst und wächst. In Düsseldorf zogen Firmenvertreter am vergangenen Freitag eine Bilanz für das Jahr 2019.
Carolin Lang
10.03.2020
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Das »Top-Produkt« auf dem deutschen Markt ist laut Bionorica das Erkältungsmittel Sinupret®. Rund elf Millionen Packungen verkauften Apotheken hierzulande im Jahr 2019, informierte der Phyto-Spezialist. Das Unternehmen sei allerdings »schon längst nicht mehr vom Schnupfen abhängig«, sagte Professor Michael Popp, Vorstandsvorsitzender und Inhaber von Bionorica, vor Journalisten.

Mithilfe des Kerngeschäfts sei es dem Naturarznei-Hersteller gelungen, den fehlenden Umsatz aus der im vergangenen Jahr verkauften Cannabis-Sparte auszugleichen. Denn der Konzern wächst nach eigenen Angaben dynamisch: In den vergangenen Jahren sei Bionorica bereits deutscher Marktführer beim Apothekenabverkauf von Packungen gewesen. Diese Marktführerschaft habe das Unternehmen im vergangenen Jahr auf den Umsatz ausweiten können. Den Zahlen zufolge stieg dieser um 7,3 Prozent auf 333,5 Millionen Euro. Ähnlich entwickelten sich auch die internationalen Märkte: Unter anderem in Russland, der Ukraine, Polen und Österreich verzeichnete der Konzern ein Plus. Der Exportumsatz wuchs demnach im Vergleich zu 2018 um fast 11 Prozent.

In Russland sei insbesondere das Produkt Canephron® sehr gefragt. Der Abverkauf stieg im Vergleich zum Vorjahr allerdings nicht nur dort, sondern auch in Deutschland, Polen und Österreich. Zu diesem Wachstum trug laut der Unternehmensgruppe unter anderem eine doppelblinde, randomisierte Studie bei, die eine Nichtunterlegenheit von Canephron gegenüber Fosfomycin bei unkomplizierten Harnwegsinfekten belegte. Der internationale Markt wurde 2019 zudem um die Türkei erweitert. In Spanien und Frankreich ist der Markteintritt für das kommende Jahr geplant. In türkischen Apotheken sind bereits drei Bionorica Präparate erhältlich, schrittweise sollen weitere Produkte folgen. Insbesondere den Markteintritt in die Türkei halten die Verantwortlichen für sehr vielversprechend, da einige Produkte dort bereits bekannt und beliebt seien. Daher rechnen sie von Beginn an mit guten Umsätzen.

Für die Forschung ist der Naturarzneihersteller finanziell gut aufgestellt. Für das Jahr 2020 sind Investitionen in Höhe von fast 50 Millionen Euro geplant. »Wir wollen in absehbarer Zukunft neue Medikamente zur Marktreife bringen, unter anderem in den Bereichen metabolisches Syndrom, Lebergesundheit und Urologie«, kündigte Popp an. Damit plant das Unternehmen, seine Indikationsgebiete auszuweiten.

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