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Atemwegsinfekte

Weitere Fälle unbekannter Lungenerkrankung in China

Nach dem Auftauchen einer mysteriösen Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist die Zahl der Erkrankten auf 59 gestiegen. Auch Hongkong meldet Verdachtsfälle. Die WHO hat sich bereits eingeschaltet.
dpa
06.01.2020  11:54 Uhr

Der Zustand von sieben Patienten sei kritisch, teilte die Gesundheitskommission der Stadt Wuhan am Sonntag mit. In Hongkong seien 16 Verdachtsfälle gemeldet worden, berichtete der Sender RTHK. Keiner dieser Patienten habe jedoch angegeben, in Wuhan gewesen zu sein. Anfang des Jahres war noch von 27 Fällen die Rede gewesen. «Die WHO verfolgt die Situation aufmerksam und steht im engen Kontakt mit den nationalen Behörden in China», hieß es am Montag von der UN-Behörde in Genf.

Zu den Symptomen zählten vor allem Fieber und Atemprobleme. Wie gefährlich die Krankheit ist, war zunächst noch unklar: «Es gibt begrenzte Informationen, um das Gesamtrisiko dieser Häufung von Lungenerkrankungen unbekannter Ursache einzuschätzen», hieß es von der WHO, die bisher für Reisende «keine besonderen Vorkehrungen» empfiehlt. Gut 120 Menschen stünden derzeit unter Beobachtung. 

Hongkong hat unterdessen erste Vorsichtsmaßnamen ergriffen: Am Flughafen wurden Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion sind bisher 16 Verdachtsfälle gemeldet. Auch in Singapur gibt es nach Presseberichten einen ersten Verdachtsfall. Ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan besucht habe, sei in einem stabilen Zustand im Krankenhaus, hieß es.

Ihren Anfang nahm die mysteriöse Lungenkrankheit wohl auf einem Fischmarkt in der 19-Millionen-Metropole, auf dem auch andere Tiere verkauft werden. Sie gelten als mögliche Virusquelle. Der Huanan-Markt ist inzwischen geschlossen worden und soll gründlich gereinigt werden. Das infizierte Mädchen in Singapur war nach den Presseberichten allerdings nicht auf dem Markt.

Die Gesundheitskommission von Wuhan berichtete, nach bisherigen Analysen gebe es «keine klaren Beweise» für eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Auch sei kein medizinisches Personal infiziert. Bei der Virus-Erkrankung handele es sich nicht um  Influenza, MERS (Middle East Respiratory Syndrome), Vogelgrippe oder SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), hieß es weiter. Die Untersuchungen, ob es sich um ein neuartiges Virus handelt, dauerten zunächst noch an. Die Fälle werden derzeit als virale Lungenentzündung unbekannter Ursache behandelt.

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