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Coronavirus-Schnelltests

Was müssen Apotheken bei den Schnelltests jetzt beachten?

Ab dem 11. Oktober haben nur noch bestimmte Personengruppen Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests. Dazu gehören unter anderem Kinder, Schwangere, bestimmte Studienteilnehmer sowie Kontaktpersonen von Coronavirus-Infizierten. Auch zur Beendigung einer Absonderung können Tests in der Apotheke auf Kosten des Staates durchgeführt werden. Teilweise sind die Ansprüche aber bis Ende des Jahre befristet. Die ABDA hat hierzu eine Handlungshilfe veröffentlicht.
Charlotte Kurz
07.10.2021  15:54 Uhr

Für testende Apotheken steht ab nächster Woche eine große Umstellung bevor. Ab dem 11. Oktober gibt es kostenlose Corona-Schnelltests nur noch für bestimmte Personengruppen. Die sogenannten Bürgertests für die gesamte Bevölkerung gibt es künftig nicht mehr auf Kosten des Bundes. Die meisten müssen die Tests damit künftig aus der eigenen Tasche bezahlen. Apotheken werden hier nach Informationen der PZ einen Preis zwischen 11,50 und 30 Euro je Schnelltest ansetzen. Insbesondere hinsichtlich der Überprüfung, wer dennoch einen Anspruch auf kostenlose Tests hat, kommt dabei auf die Apotheken einiges zu. Denn es sind einige Berechtigte, die unterschiedliche Nachweise mitbringen müssen, damit sie ihren Anspruch auf einen kostenlosen Test in der Apotheke geltend machen können.

Die Tests auch in den kommenden Wochen weiter anzubieten, bleibt dabei eine freiwillige Leistung der Apotheken, betont die Bundesvereinigung in einem aktualisierten Leitfaden zu den bevorstehenden Änderungen. Der Leitfaden »Durchführung von Antigentests auf SARS-CoV-2 sowie PCR-Abstrichnahme in Apotheken« liegt der PZ vor und ist im geschützten Mitgliederbereich der ABDA zu finden.

Wer sich allerdings künftig dafür entscheidet Coronavirus-Tests im Sinne der Testverordnung weiter anzubieten, muss alle in der Verordnung geregelten Ansprüche sicherstellen, so die ABDA. Zudem können Apotheken auch außerhalb des Anwendungsbereichs der Coronavirus-Testverordnung Testangebote für Selbstzahler machen. Dies ist allerdings etwa in Nordrhein-Westfalen anders. Dort dürfen Tests für private nur angeboten werden, wenn auch Tests im Auftrag der Gesundheitsbehörden durchgeführt, bzw. angeboten werden.

Bei der Vergütung der Tests hat sich nichts geändert. Für durchgeführte PoC-Antigenschnelltests, die in der Testverordnung geregelt sind, gibt es 8 Euro pro Abstrich und zusätzlich eine Pauschale von 3,50 Euro für die Erstattung der Sachkosten. Bei der Überwachung von Antigentests zur Eigenanwendung gibt es weiter 5 Euro je Testung zuzüglich 3,50 Euro pauschale Erstattung der Sachkosten. Auch die Abrechnung der Testkosten für Personen, die nach der Testverordnung Anspruch auf Coronavirus-Schnelltests haben, ändert sich nicht. Apotheken rechnen die Testkosten wie gehabt einmal monatlich über die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung (KV) ab.

Wer hat künftig Anspruch auf kostenlose Tests?

Ab 11. Oktober werden nur noch bestimmte Personengruppen Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests haben. Dabei können auch vollständig gegen Covid-19 geimpfte oder genesene Personen ebenfalls einen Anspruch auf einen kostenfreien Test haben. Grundsätzlich gilt aber auch, dass lediglich symptomfreie Personen in Apotheken getestet werden sollen. Für Personen, die Covid-19-Symptome haben, wird ein Arztbesuch empfohlen, heißt es in dem Leitfaden.

Als erste anspruchsberechtigte Gruppe gehören Personen, die Kontakt zu Coronavirus-Infizierten hatten. Dabei muss hier dargelegt werden, dass die zu testende Person von einem Arzt als Kontaktperson festgestellt wurde. Typischerweise muss hier eine entsprechende schriftliche Bestätigung vorgelegt oder diese Tatsache anderweitig glaubhaft gemacht werden. Zudem ist der Anspruch auch gegeben, wenn die Statusanzeige »erhöhtes Risiko« in der Corona-Warn-App vorgezeigt wird.

Auch asymptomatische Personen, die in bestimmten Einrichtungen und Unternehmen in den letzten 14 Tagen waren, während dort eine Coronavirus-Infektion festgestellt wurde, haben einen Anspruch auf einen kostenlosen Test. Dazu gehören Einrichtungen wie Krankenhäuser, Ambulanz-Praxen, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken oder Entbindungseinrichtungen. Ebenfalls zählen hierzu Zahn- und Arztpraxen, sowie Rettungsdienste oder Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), in denen medizinische Untersuchungen oder Behandlungen durchgeführt werden. Zu den Einrichtungen gehören darüber hinaus Kitas, Horte, Schulen, Ferienlager, Pflegeheime für Ältere oder Menschen mit Behinderungen, Pflegedienste sowie Obdachlosenunterkünfte, Flüchtlingseinrichtungen, Justizvollzugsanstalten, aber auch Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation.

Wenn diese Einrichtungen zudem einen Test von Personen, die dort aufgenommen werden sollen oder tätig sind, verlangen, kann dieser ebenfalls kostenlos durchgeführt werden. Für welche Einrichtungen dies genau gilt, ist in der Anlage 1 des Leitfadens genau gelistet. Bereits aufgenommene Personen, die sich beispielsweise in einem Krankenhaus aufhalten, sowie Besucher, werden von den Einrichtungen selbst getestet. Diese haben demnach keinen Anspruch auf kostenlose Tests von Apotheken.

Impfunfähige Personen müssen Nachweis vorlegen

Die Personen, die einen Test für eine bestimmte Einrichtung benötigen müssen ihren Anspruch laut Verordnung darlegen können, so die ABDA. Zudem können die bis hierhin genannten Personen auch Antigentests zur Eigenanwendung unter Aufsicht in der Apotheke durchführen. Allerdings sind nur vor Ort überwachte und durchgeführte Selbsttestungen anerkannt und keine videoüberwachten Testungen. Anders werden aber die nachfolgenden Personengruppen gehandhabt, diese müssen Nachweise vorlegen können, um kostenfrei getestet zu werden und für diese sollen nur PoC-Antigentests für professionelle Anwender genutzt werden:

Hierzu sind vor allem Personen gemeint, die »impfunfähig« sind. Dazu gehören auch Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren haben den Anspruch auf kostenlose Tests allerdings nur bis zum 31. Dezember 2021. Hierfür ist der Nachweis eines amtlichen Lichtbildausweises vorzulegen. Bei Minderjährigen können auch Schülerausweise oder Kinderreisepässe als Nachweis akzeptiert werden.

Auch Schwangere können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenfrei testen lassen. Das ist mit der kürzlich veröffentlichten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu erklären, die inzwischen sowohl Kindern ab 12 Jahren als auch Schwangeren eine Covid-19-Impfung empfiehlt. Weiter können Personen einen Test in der Apotheke ohne zu bezahlen bekommen, wenn sie aufgrund einer medizinischen Kontraindikation keine Covid-19-Impfung erhalten. Hier muss ein ärztliches Attest im Original vorliegen.

Auch können Personen im Sinne der Testverordnung getestet werden, wenn sie studieren und eine andere Schutzimpfung als die von Moderna, Biontech/Pfizer, Astra-Zeneca oder Janssen erhalten haben (gilt ebenfalls bis zum 31. Dezember 2021). Diese Personen, meist ausländische Studierende, müssen ihren Studentenausweis sowie ihren Impfpass beim Testen vorlegen. In Bayern können zudem alle Studierenden kostenlos bis zum 30. November 2021 getestet werden, hat das dortige Gesundheitsministerium beschlossen. Und: Teilnehmer, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Covid-19-Impfstoffen teilnehmen oder in den vergangenen drei Monaten teilgenommen haben, sind ebenfalls anspruchsberechtigt. Diese Studienteilnehmer müssen in der Apotheke einen Teilnahme-Nachweis vorlegen, der von den Studienverantwortlichen ausgestellt werden soll.

Kostenloser Test zur Beendigung der Absonderung

Neben den impfunfähigen Personen können auch Menschen einen Test in der Apotheke kostenfrei machen, wenn sie diesen zur Beendigung einer Absonderung aufgrund einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion benötigen.

Personen, bei denen ein positives Antigen-Testergebnis festgestellt wurde, haben zudem den Anspruch auf eine bestätigende Diagnostik eines PCR-Tests. Dieser Anspruch besteht immer, egal ob der Test selbst gezahlt oder auch in Eigenanwendung durchgeführt wurde.

Des weiteren müssen Apotheken wie gehabt auch weiterhin alle Einverständniserklärungen zur Durchführung der Tests, sowie die personenbezogenen Daten als auch Rechnungen über die beschafften Tests bis zum 31. Dezember 2024 aufbewahren. Hier muss auch der Testgrund notiert werden. Zudem müssen Informationen wie Öffnungszeiten und durchführende Personen je Tag sowie die Anzahl der Tests ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt aufbewahrt werden. Bis zum 31. Dezember 2022 sind die Nachweise der Meldungen an das zuständige Gesundheitsamt der positiven Testergebnisse aufzubewahren.

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