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Behörden prüfen Nebenwirkungen

Was Astra-Zeneca-Geimpfte jetzt wissen sollten

Eine Sinusvenenthrombose äußert sich vor allem in Form von Kopfschmerzen. Auch neurologische Ausfälle wie Sprachstörungen und Lähmungen sowie Bewusstseinsstörungen können laut Deutscher Schlaganfallhilfe auftreten. Klassische Schlaganfallsymptome sind Gefühls-, Seh-, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen sowie plötzlich auftretende einseitige Lähmungen oder pelzige und kribbelige Taubheitsgefühle im Arm, im Bein und/oder im Gesichtsbereich mit einseitig herabhängendem Mundwinkel. 

Symptome einer Lungenembolie sind Luftnot, Bluthusten, atemabhängige Brustschmerzen, manchmal auch Bewusstlosigkeit und Kreislaufkollaps. »Typischerweise treten die Symptome plötzlich auf. Je nach Ausdehnung des betroffenen Lungenabschnitts können Symptome ganz fehlen oder nur sehr mild ausgeprägt sein, sodass auch eine Lungenembolie unbemerkt verlaufen kann«, heißt es bei der Deutschen Gefäßliga.

Bei einer tiefen Beinvenenthrombose, bei der ein Gerinnsel in die Lunge weiterwandern kann, kann es zu Unterschenkel- oder Beinschwellung der betroffenen Extremität, Schmerzen (vor allem bei Belastung), Verfärbung, Spannung der Haut (die Haut »glänzt«) und eventuell sichtbaren oberflächlichen Venen (Stauung) kommen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Laut PEI traten die gemeldeten Fälle von Sinusvenenthrombosen innerhalb von vier bis 16 Tagen auf. Das Institut rät allen Geimpften, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn sie sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, zum Beispiel mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen (sogenannte Petechien).  Letzteres ist ein typisches Zeichen für einen Mangel an Blutplättchen.

Wie werden Thrombosen behandelt?

Mit Hemmern der Blutgerinnung, sogenannten Antikoagulanzien wie Heparin und Faktor-Xa-Hemmern, und einer Lyse-Therapie mit sogenannten Fibrinolytika wie Streptokinase, Alteplase, Reteplase und Tenecteplase. Da die Wirkung von Acetylsalicylsäure (ASS) und Cumarinen wie Phenprocoumon (Marcumar®) und Warfarin erst verzögert eintritt, werden sie vorbeugend und nicht zur Akuttherapie eingesetzt. Auch Sinusvenenthrombosen werden mit Heparin behandelt.

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