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Coronaviren
Warten auf Impfstoffe gegen 2019-nCoV

Auch DNA-Impfstoffe in der Entwicklung

CEPI unterstützt auch weitere Forschungsvorhaben für einen spezifischen 2019-nCoV-Impfstoff. Die US-amerikanische Firma Inovio arbeitet bereits seit 2018 an einer DNA-Vakzine gegen den ebenfalls zu den Coronaviren gehörenden Erreger des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) und das Lassavirus. Auch DNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan für ein gewünschtes Antigen, nur eben als DNA und nicht als mRNA. Auch hier liegt im Prinzip ein Baukastensystem vor, dass eine schnelle Produktion mit der gewünschten Gensequenz erlaubt.

Der MERS-Impfstoff INO-4700 war in einer Phase-I-Studie erfolgreich. Kürzlich wurden die Ergebnisse im Fachjournal »The Lancet Infectious Diseases« veröffentlicht (DOI: 10.1016/S1473-3099(19)30397-4). Er sei gut vertragen worden und 95 Prozent der Probanden hätten eine hohe, über 60 Wochen anhaltende Antikörper-Antwort auf die Impfung gezeigt. Der MERS-Impfstoff soll nun in einer Phase-II-Studie getestet werden.

Inovio kündigte am 30. Januar an, dass es mit INO-4800 bereits den Prototypen einer spezifischen Vakzine gegen 2019-nCoV entwickelt hat und gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Beijing Advaccine Biotechnology in klinischen Studien in China und den USA testen will. Präklinik und Produktion für das Prüfprodukt laufen bereits.

Mit Johnson & Johnson kündigte auch einer der Major Player der Branche an, einen Impfstoff gegen 2019-nCoV entwickeln zu wollen, und zwar mit der gleichen Technologie der Tochterfirma Janssen, die schon beim Ebola-Impfstoff zum Einsatz kam. Dabei sollen Virusproteine als Antigene eingesetzt werden. Dieser Impfstoff befindet sich in der EU derzeit im Zulassungsverfahren.

Das US-Unternehmen Novavax hatte 2017 bereits erste Ergebnisse über eine rekombinante Nanopartikel-Vakzine gegen das MERS-Virus veröffentlicht. Novavax setzt zudem ein eigenes Adjuvanz ein. Die Firma hat bereits mit der Entwicklung eines 2019-nCoV-Impfstoffs auf der gleichen Basis begonnen, berichtet das Online-Portal BioWorld.

Mindestens ein Jahr für klinische Studien

Auch Virologen der Marburger Universität und Wissenschaftler anderer Institute in Deutschland forschen an einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus. Sie nutzen ebenfalls eine Impfstoff-Plattform, die wie ein Baukastensystem für Viren und passende Antigene funktionieren soll. »Man kann aber nicht erwarten, dass man bereits in der ersten Ausbruch-Phase eines neuen Virus einen Impfstoff zur Verfügung hat«, betont Professor Dr. Stephan Becker, Direktor des Marburger Instituts für Virologie. Mindestens ein Jahr dauere es, um zu testen, ob ein Impfstoff wirksam und sicher ist.

An der Universität von Queensland in Australien arbeiten Forscher dagegen an einem eher klassischen Impfstoff, der wie der aktuell verwendete Grippeimpfung bereits fertige Virusantigene enthält. Laut vfa wird hier die Herausforderung bestehen, schnell genug ausreichende Mengen der Vakzine zu produzieren. Das soll bei den mRNA- und DNA-Vakzinen deutlich schneller und einfacher gehen. Die klinische Testung dagegen lässt sich nur schlecht abkürzen.

So spricht die Universität Hongkong von Monaten für die Testung an Tieren und mindestens einem weiteren Jahr für klinische Studien an Menschen. Die Forscher setzen dabei auf die Umwandlung eines bereit entwickelten Grippeimpfstoffs. Man habe bereits Proben für Studien fertig gestellt. Die Vakzine soll als Nasenspray verabreicht werden, heißt es auf dem Nachrichtenportal »Asia one«.

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