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Arzneimittelrisiko

Vermehrtes Brechen von Vaginalringen

Seit 2019 kam es zu vermehrten Brüchen von Vaginalringen, die zur Kontrazeption angewendet werden. Das meldet das BfArM. Anwenderinnen sollten über den korrekten Umgang mit gebrochenen Ringen aufgeklärt werden.
PZ
01.04.2020  17:44 Uhr
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Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) können Brüche bei allen Vaginalringen auftreten und werden in den Gebrauchsinformationen der betreffenden Arzneimittel erwähnt. Auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker hatte bereits mehrmals darauf hingewiesen.

Das Institut rät den Anwenderinnen, im Fall eines Ringbruchs die Empfehlungen der Gebrauchs- beziehungsweise Fachinformation zu befolgen. Demnach sollen sie den gerissenen Ring entfernen und möglichst schnell durch einen neuen Ring ersetzen. Außerdem sollen sie für sieben Tage nach Austausch eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden. Entsprechend der Meldungen sind die Vaginalringe entweder bereits in der Verpackung gebrochen oder brechen beim Einführen oder Tragen (intravaginal). Intravaginale Ringbrüche können mit Bauchschmerzen und/oder Blutungen verbunden sein.

Die Meldungen bezogen sich auf folgende Präparate, unter denen nach bisherigem Kenntnisstand nur bestimmte Chargen betroffen sind:

  • GinoRing® (Exeltis Germany GmbH)
  • Cyclelle® (Hexal AG)
  • VeriAristo® (Aristo Pharma GmbH)
  • Setlona® (Mylan Germany GmbH)

Wird kein Ringbruch vermutet oder bemerkt, soll die Anwendung wie gewohnt fortgesetzt werden, auch wenn der genutzte Ring zu einer eventuell betroffenen Charge gehört. Da es sich um einen Qualitätsmangel handelt, haben die pharmazeutischen Unternehmen bereits betroffene Chargen auf Apothekenebene zurückgerufen. Die zuständigen Landesbehörden überwachen die Rückrufe.

Frauen sollen Ringbrüche weiterhin in Apotheken melden, die das Ereignis mit dem vorgesehenen Formular der Arzneimittelkommission der Apotheker beziehungsweise der zuständigen Landesüberwachungsbehörde melden sollen.

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