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Neue Veterinärarzneimittel

Tierisch gute Nachrichten

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ist nicht nur für Humanarzneimittel zuständig. Sie kümmert sich auch um die Zulassung von Tierarzneimitteln. Im vergangenen Jahr hat die EMA für 15 Veterinärarzneimittel ein positives Votum ausgesprochen, ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fünf dieser Medikamente enthalten neue aktive Substanzen.
Sven Siebenand
10.01.2020  17:00 Uhr

Hunde profitieren am meisten. Denn zwei dieser innovativen Medikamente sind für sie gedacht: Simparica trio® und Stelfonta®. Das erstgenannte Arzneimittel ist zur Behandlung der Tiere bei Floh- oder Zeckenbefall und Rundwurm- oder Hakenwurm-Infektionen im Darm vorgesehen. Gleichzeitig wird es zur Vorbeugung von Herz- und Lungenwurm-Erkrankungen angewendet. Es kann zudem als Teil einer Behandlung gegen allergische Flohdermatitis, eine allergische Reaktion auf Flohbisse, zum Einsatz kommen. Wie der Präparate-Name schon erahnen lässt, sind in Simparica Trio drei Wirkstoffe enthalten: Sarolaner, Moxidectin und Pyrantel.

Stelfonta ist ein Krebsmedikament für Hunde, das Tigilanol Tiglat enthält. Dieser Wirkstoff aktiviert den Proteinkinase-C-Signalweg und führt zur Nekrose von Zellen. Das antineoplastische Mittel soll bei Mastzelltumoren bei Hunden Verwendung finden.

Für Katzen ist das Medikament Mirataz® gedacht. Es enthält einen aus der Humanmedizin sehr bekannten Wirkstoff: Mirtazapin. Gewichtszunahme ist eine bekannte Nebenwirkung des Antidepressivums, die bei Mirataz zur Hauptwirkung umfunktioniert wird. Das Medikament soll zur Erhöhung des Körpergewichts bei Katzen mit chronischen Erkrankungen, die erwiesenermaßen zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust führen, angewendet werden.

Für Pferde ist die Inhalationslösung Aservo Equihaler®. Enthalten ist ebenfalls ein bekannter Arzneistoff: das Glucocorticoid Ciclesonid. Der aktive Metabolit des Prodrugs soll wie beim Menschen eine antientzündliche Wirkung bei Asthma erzielen.

Last but not least ReproCyc Parvoflex®: Ob der Impfstoff saugut ist, sei dahingestellt. Zumindest wird er weiblichen Schweinen verabreicht, um ihre ungeborenen Ferkel vor einer Infektion mit dem porcinen Parvovirus über die Plazenta zu schützen. Dieses Virus verursacht Unfruchtbarkeit, Totgeburten und kleine Würfe bei weiblichen Schweinen.

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