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Erstes Halbjahr 2020

4 Prozent Umsatzrückgang bei Roche und Novartis 

Bei den beiden schweizerischen Pharmakonzernen Roche und Novartis hat die Coronavirus-Pandemie deutliche Spuren bei Umsatz und Gewinn hinterlassen. Ophthalmologika waren bei beiden Konzernen mit am stärksten von sinkender Nachfrage betroffen. DochRoche punktet bei den Coronavirus-Tests und kann die Nachfrage nach eigenen Angaben noch nicht im vollen Umfang bedienen.
dpa/PZ
23.07.2020  13:20 Uhr

Im ersten Halbjahr sanken die Erlöse bei Roche um 4 Prozent auf 29,3 Milliarden Schweizer Franken (27,2 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in Basel mitteilte. Besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen war im ersten Halbjahr die Pharmasparte. Der Umsatz ging bei Roche um 4 Prozent auf 23,2 Milliarden Franken (21,5 Milliarden Euro ) zurück. In der Hochphase der Coronavirus-Krise waren Patienten seltener zum Arzt gegangen und auch die Krankenhäuser hatten ihre Betten vor allem für Coronavirus-Patienten und Notfälle reserviert. Dies habe sich vor allem auf die Roche-Umsätze mit Ophthalmologika  und Medikamenten zur Behandlung von Multipler Sklerose ausgewirkt.

In der Diagnostics-Sparte von Roche schrumpften die Umsätze um 3 Prozent auf 6,1 Milliarden Franken (5,7 Milliarden Euro. Während das Unternehmen mit der Routinediagnostik weniger umsetzte, da viele Patienten regelmäßige Gesundheitschecks verschoben hatten, legten die Erlöse in der Covid-19- und Notfalldiagnostik zu. Roche hatte im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus auch entsprechende Tests entwickelt. «Nach wie vor übersteigt die Nachfrage das Angebot aber bei Weitem», so der Sparten-Chef Thomas Schinecker. Zwar seien die Kapazitäten bereits deutlich hochgefahren worden, man werde aber in den kommenden Monaten daran arbeiten, sie noch weiter auszubauen.

Auch Novartis bekommt sinkende Nachfrage zu spüren

Trotz guter Geschäfte mit einigen seiner Kassenschlager hat auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis im zweiten Quartal die Corona-Pandemie negativ zu spüren bekommen. Auch bei Novartis habe es Vorratskäufe durch Kunden wie noch im ersten Jahresviertel im zweiten Quartal nicht mehr in dem Ausmaß gegeben, wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte. Die Pandemie beeinträchtigte zudem etwa die Nachfrage nach Mitteln gegen Hautkrankheiten sowie gegen Augenleiden.

Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 11,3 Milliarden US-Dollar (9,88 Milliarden Euro). Dank niedriger Ausgaben und einer verbesserten Bruttomarge wuchs das operative Kernergebnis um 1 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn von Novartis lag 11 Prozent unter dem Wert des Vorjahres bei 1,87 Milliarden Dollar. Die Jahresprognose konkretisierte der Konzern: Der Umsatz dürfte demnach nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Vorher hatte der Konzern eine größere Spanne nach oben in Aussicht gestellt.

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