Pharmazeutische Zeitung online
Urlaubsplanung

Reiseapotheke auch bei Inlandsreisen wichtig

Urlaub in Ferienhaus oder -wohnung, im Wohnmobil oder im Zelt: Viele Menschen planen in der Pandemie ihren Urlaub im eigenen Land und mit dem PKW – nicht zuletzt in der Hoffnung, ihn mit höherer Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich antreten zu können. Eine Reiseapotheke sollte auch dabei nicht fehlen.
Maria Pues
18.03.2021  09:00 Uhr

Auch wenn in Deutschland Arzneimittel und medizinische Versorgung praktisch rund um die Uhr verfügbar sind, sind Reisende gut beraten, für kleinere Akutfälle vorzusorgen und sie mit einem Handgriff selbst behandeln zu können. Manchem Aufenthalt in Arztpraxis, Apotheke oder Notaufnahme können sie so vorbeugen. Fieber und (Kopf-) Schmerzen, Übelkeit und Durchfall, Allergien und Juckreiz gehören zu den häufigsten Beschwerden, die einem eine Reise vermiesen können. In der Pandemie gehören zum neuen Equipment in der Reiseapotheke außerdem Masken, Desinfektionsmittel und gegebenenfalls Selbsttests.

Gegen leichtes Fieber und (Kopf-) Schmerzen eignen sich Ibuprofen oder Paracetamol. Reisen neben Erwachsenen auch Jugendliche, Kleinkinder oder Säuglinge mit, sollten die Arzneimittel auch in Form von Säften oder Suppositorien in den jeweils empfohlenen Dosierungen in der Reiseapotheke verfügbar sein.

Durchfall und Übelkeit

Bei Reiseübelkeit und Erbrechen helfen Dimenhydrinat (zum Beispiel Vomex® A oder Superpep®) oder Diphenhydramin (etwa Emesan®), die Wirkstoffe aus der Gruppe der H1-Antihistaminika. Für den Akutfall eignen sich rasch freisetzende Arzneiformen wie Kaugummis; ist eine anhaltende Wirkung erwünscht, bieten sich Retardarzneimittel an. Zu bedenken ist hier, dass beide Wirkstoffe müde machen, sodass man nach der Einnahme kein Fahrzeug mehr führen sollte.

Durchfälle ohne Fieber oder Blutbeimengung im Stuhl lassen sich im Rahmen der Selbstmedikation mit Loperamid (etwa Imodium®) stoppen. Alternativ steht für Erwachsene auch der Enkephalinase-Inhibitor Racecadotril (etwa Vaprino®) zur Verfügung. Es beeinflusst nicht wie Loperamid die Darmmotilität, sondern hemmt die Hypersekretion. Die Basis der Diarrhöbehandlung stellt stets der Ersatz der vermehrt ausgeschiedenen Flüssigkeit und Elektrolyte dar. Hierzu eignen sich orale Rehydratationslösungen wie Elotrans® oder Oralpädon®. Mit dem Flüssigkeitsersatz sollte so rasch als möglich begonnen werden.

Auch wer ansonsten nicht an Allergien leidet, sollte ein antiallergisches Gel, etwa mit Dimetinden (zum Beispiel Fenistil®) oder eine Hydrocortison-Creme (etwa Soventol® Hydrocortisonacetat 0,5 % Cremogel) im Gepäck haben. So lassen sich Juckreiz, unter anderem durch Insektenstiche, oder leichte allergische Reaktionen, etwa durch eine Sonnen- oder Kontaktallergie, rasch lindern.

Wunden und Zecken

Kleinere Verletzungen sollte man ebenfalls selbst versorgen können. Daher gehören auch ein Wunddesinfektionsmittel wie Octenisept® oder Tyrosur® und eine Auswahl an Pflastern, sterilen Kompressen und Mullbinden in die Reiseapotheke. Dass die inzwischen überall zur Verfügung stehenden Haut- und Flächendesinfektionsmittel sich hierfür nicht eignen, ist für den Fachmann selbstverständlich, für viele medizinische Laien jedoch nicht.

Auch auf die Möglichkeit von Zeckenstichen sollten Reiseplanende hingewiesen werden. Gegen diese wirksame Repellenzien sowie Zeckenzange oder -karte und das bereits erwähnte Wunddesinfektionsmittel gehören daher auch in die Inlands-Reiseapotheke. Wer in ein Risikogebiet der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) reist, sollte zudem über die entsprechende Impfung informiert werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat kürzlich fünf neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Die Impfung sollte rechtzeitig vor der Reise erfolgen, da für einen 98-prozentigen Schutz laut RKI zwei Impfungen im Abstand von einem bis drei Monaten notwendig sind.

Mehr von Avoxa