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Corona-Krise

Starker Preisanstieg bei Einmalhandschuhen 

Zu Beginn der Corona-Krise war der Markt für Mund-Nasen-Masken nahezu leer gefegt. Nun trifft es weiteres Schutzmaterial: Einweghandschuhe, die etwa für Testabstriche gebraucht werden, verteuern sich massiv. Hilfsorganisationen sehen das mit Sorge.
dpa
28.09.2020  13:40 Uhr

Einmalhandschuhe für Pflege- und Rettungskräfte haben sich in der Corona-Krise massiv verteuert und sind mitunter nur noch schwer zu beschaffen. «Einzelne Händler haben uns mitgeteilt, dass die Versorgungslage und Preisentwicklung bei Einmalhandschuhen dramatisch sei», sagte der Sprecher des Bundesverbands

Medizintechnologie (BVMed), Manfred Beeres, der Deutschen Presse-Agentur. Die Bezugskosten stiegen zurzeit «sehr stark an». Der Verband rechnet demnach mit Preisen, die teilweise 500 Prozent höher liegen - je nach Handschuhtyp - im Vergleich zu Normalpreisen.

Während der ersten Infektionswelle sei die Nachfrage noch gering gewesen, fast flächendeckend habe sie befriedigt werden können. «Dies hat sich durch die enorme Nachfrage des Weltmarktes nun radikal geändert», teilte der Verband mit. Vor der Krise habe eine Packung Nitril-Handschuhe mit 100 Stück zwischen 6 und 8 Euro gekostet. Mittlerweile seien die Preise 3 bis 4 Euro höher als noch vor vier Wochen, mitunter seien auch Pakete für 18 Euro zu bekommen. Einen Mangel sieht der Verband aktuell aber nicht. «Wenn alle vernünftig

bestellen, wird es funktionieren», sagte Beeres. Spekulationen, die die Preise zusätzlich in die Höhe trieben, müssten gestoppt werden.

«Vor allem China und die USA bestellen derzeit massenhaft Handschuhe in den Ursprungsländern», sagt der Geschäftsführer der Zentralvereinigung medizin-technischer Fachhändler, Hersteller, Dienstleister und Berater (ZMT), Uwe Behrens. Die Nachfrage liege deutlich höher als die Produktionskapazitäten. Zudem hätten Ausfälle zu einer weiteren Verknappung geführt. Auch der Rohstoff für die Artikel, wie etwa Latex aus Rohkautschuk, sei natürlich begrenzt.

Einmalhandschuhe werden ausschließlich in Asien produziert. Rund 90 Prozent der Produktion stammen aus Malaysia, China und Thailand, der Rest kommt nach ZMT-Angaben aus Vietnam und Indonesien. Laut BVMed

hätten die meisten Fabriken ihre Kapazitäten auch für das erste Halbjahr 2021 bereits verkauft, sodass im zweiten Halbjahr 2020 Handschuhe nur mit hohen Kosten beschafft werden könnten. Während der

Medizintechnologie-Verband für Anfang 2021 eine Beruhigung durch zusätzliche Fabriken erwartet, geht die ZMT frühestens von einer Normalisierung 2022 aus.

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